Brutaler Überfall auf Bordell im Emsland endet mit hohen Haftstrafen

Landgericht Osnabrück: Prostituierte mit Wasser übergossen, um Elektroschock zu verstärken

Osnabrück – Mindestens 8 männliche und eine weibliche Justizbeamte waren in einem 6-tägigen Prozess vor Landgericht Osnabrück ständig anwesend, um 4 Angeklagten und ihre Helferin zu bewachen. Jetzt endete der Prozess wegen eines äußerst brutalen Überfalls auf ein Bordell in Dohren bei Haselünne mit hohen Haftstrafen. Den 4 Angeklagten im Alter von 24 bis 38 Jahren war ursprünglich gemeinsamer schwerer Menschenraub zur Last gelegt worden. Nach der Beweisaufnahme wurde das Verfahren beschränkt auf eine gemeinschaftlich begangene besonders schwere räuberische Erpressung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung und versuchter Vergewaltigung durch einen der Angeklagten. Was sich am frühen Morgen des 12 Juli 2011 in einem kleinen ländlichen Bordell im Emsland abgespielt hat, schilderte der Oberstaatsanwalt engagiert: „Es ist eine äußerst menschenverachtende Tat geschehen.“ Die vier Männer hätten sich unter der Führung eines 37-jährigen Angeklagten aus Halle zusammengetan, um von das Ersparte einer 50-jährigen Prostituierten zu rauben. Mittäterin sei eine 28-jährige Prostituierte gewesen, die den Täter die Tür aufgemacht habe. Die Täter hätten sich nach dem Betreten sofort und ohne Warnung oder Drohung auf die schlafende 50-Jährige gestürzt und ihr Pfefferspray in die Augen gesprüht. Dann sei die Frau an den Haaren die Treppe ins Obergeschoss hoch geschleift und in einem Zimmer weiter malträtiert worden. Mit einem Kabel sei sie gewürgt und mit Füssen getreten worden. Einer der Täter habe die Frau mit Wasser übergossen, um die Wirkung eines anschließend eingesetzten Elektroschockers zu verstärken. Während drei Täter das Haus nach Wertsachen durchwühlten, habe einer versucht dem Opfer einen Teleskopschlagstock in den After zu schieben. Ein andere Täter schlitzte ihr mit einem scharfen Messer das Gesäß auf und brachte ihr eine weitere Schnittverletzung am Bein bei. Die Frau habe sich, so der Oberstaatsanwalt weiter, vehement gegen die Attacken gewehrt, aber schließlich doch das Versteck der Ersparnisse genannt. In einem Socken befanden sich 3024 Euro, die von Tätern geraubt wurden. Außerdem erbeuteten sie 240 Euro aus einer Geldkassette. Das Opfer ließen sie schwer verletzt zurück. Sie hatte neben den Schnittverletzungen zahlreiche Hämatome am ganzen Körper und ein schwere Schädel-Hirn-Trauma. In ihrem Urteil ging die 10. Große Strafkammer teilweise über die vom Staatsanwalt beantragen Strafen hinaus. Es stelle sich die Frage, so der Richter, „ob es sich noch um Menschen handelt, die einem Menschen so etwas antun?“. Die Angeklagten erhielten Freiheitsstrafen zwischen 5 und 7 Jahren. Die 28-jährige polnische Helferin wurde zu einer Bewährungsstrafe von 1 Jahr und 9 Monaten verurteilt. Ihr Anwalt auf dem Flur des Landgerichts: „Meiner Mandantin ist nach 8 Jahren Prostitution nichts geblieben. Sie verlässt mit 2 Taschen mit Kleidung jetzt die JVA in Vechta.“

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