Großverfahren

Am 24.8.2008 wurde der 38-jährige Verpackungsfachmann Markus Kujat in seiner Wohnung in Osnabrück-Eversburg nachmittags durch 8 Schüssen getötet.

Im ersten Prozess waren seine Lebensgefährtin und deren Liebhaber angeklagt. Sie sollen den Mord in Auftrag gegeben haben.

Mordprozess ohne Mörder

Mordprozess ohne Mörder

Landgericht Osnabrück: 17 Verhandlungstage im Fall Kujat angesetzt

Osnabrück (kno) – Der eigentlich Täter ist auf freiem Fuß, er ist unbekannt. Und doch steht seine Tat im Mittelpunkt eines reinen Indizienprozesses vor der 6. Großen Strafkammer im Landgericht Osnabrück. Die 30-jährige Maren M. und ihr 41-jähriger Freund, Andris M., müssen sich wegen Anstiftung zu einem Mord verantworten. Die beiden Angeklagten werden, so verkündeten ihre Anwälte, werden schweigen.

Am Eröffnungstag ist der Schwurgerichtssaal im Landgericht bis auf den letzten Platz besetzt. Kameraleute und Fotographen müssen lange warten, bis sie die Hauptangeklagte ablichten können. Dann endlich kommt sie: Klein, dicklich, mit strähnigen, schwarzgefärbten Haaren. Froh gelaunt begrüßt sie ihren bereits anwesenden Freund, der, anders als sie, nicht in U-Haft sitzt. Neben den Angeklagten 4 Pflichtverteidiger, denen 2 Gutachter und die Mutter des Getöteten mit ihrem Nebenklageanwalt gegenüber sitzen.

Aus der anschließenden Verlesung der Anklage ergibt sich nicht viel mehr, als bisher bekannt war: Maren M. hatte eine Beziehung zum späteren Mordopfer Marcus Kujat. Es gab Streit, weil sich Kujat von seiner Freundin ausgenutzt fühlte. Er fordert die Rückzahlung von Darlehn. Seit längerem hatte Maren M. ebenfalls eine Beziehung zum Mitangeklagten, den sie aufforderte einen Auftragsmörder zu suchen, was auch gelungen sein soll.

Am 27.7.2008 drang der bisher Unbekannte mit einem bereitgelegten Schlüssel in die Wohnung von Marcus Kujat ein und traf diesen schlafend an. Er feuerte das ganze Magazin aus einer Pistole ab und tötete das arglose Opfer. Zu dieser Zeit verschafften sich die beiden Angeklagten, laut Staatsanwaltschaft, in einer Tankstelle in Atter durch auffälliges Benehmen ein Alibi, indem sie einen Streit anzettelten und vor einer Überwachungskamera laut nach der Uhrzeit fragten. Die Angeklagte trug deutlich sichtbar eine Armbanduhr. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt. Gehört werden sollen ein Polizist, 2 Sachverständige und ein Gerichtsmediziner

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Auftragsmord Kujat: Zähes Ringen um die Wahrheit

Auftragsmord Kujat: Zähes Ringen um die Wahrheit

Landgericht: Vermeintlicher Mörder soll als Zeuge aussagen

Osnabrück (kno) – Der zweite Verhandlungstag im Mordprozess Marcus Kujat: Der Tag der Gutachter und der Fotos. Maren M. und Andris M. werden beschuldigt, einem Killer beauftragt zu haben Markus Kujat zu ermorden. Die zahlreichen Zuschauer gewannen einen Einblick in die aufwändigen Ermittlungsarbeiten der hiesigen Polizei, des Landkriminalamtes (LKA) und der Gerichtsmedizin Oldenburg: Keine spektakulären Ergebnisse, sondern nur eine Fülle von Details. 2 Stunden lang blieben die vielen Zuschauer quasi außen vor, weil sich die Prozessparteien Fotos vom Tatort und der Leiche des Getöteten anschauen mussten.

Ein Ermittler berichtete, wie er den Tatort in Os.-Eversburg vorgefunden hatte. In einer sehr aufgeräumten Wohnung lag die Leiche des 38-jährigen Opfers neben dem Bett. 8 Patronenhülsen wurden gefunden. 7 Projektile steckten im Körper des Opfers. Die Untersuchung der Hülsen und der Geschossen beim Bundeskriminalamt ergab keine Hinweise auf bereits bekannt gewordene Straftaten. Nicht nur an der Leiche, sondern in der gesamten Wohnung wurden Schmauchspuren gesichert, die vom LKA ausgewertet wurden. Es ergab sich, so der Gutachter des LKA, dass die Schüsse aus einer Entfernung von höchstens 1,50 m abgefeuert wurden. Es gibt Hinweise für die Verwendung eines Schalldämpfers. Vermutlich hat sich der Täter die Hände gewaschen, da im Badezimmer kleinste „schmauchspezifische Partikelanhaftungen“ gesichert wurden.

Über die Todesursache, den ungefähren Zeitpunkt und den Verlauf der Schusskanäle berichtete ein Gerichtsmediziner. Der 38-jährige Kujat wurde in den Nachmittagsstunden des 24.7.2008 von schräg hinten erschossen, er war schon nach 15 Sekunden „handlungsunfähig“ und verblutete. Alle Einschüsse liegen unterhalb der Auffindstellen der Projektile.

Nicht beantworten konnte der Mediziner die Frage, ob Kujat im Bett von den Schüssen getroffen wurde: „Kriminalistische Schlüsse habe ich nicht zu ziehen.“ Die Verteidiger Meggers und Thérond gehen anders als die Staatsanwaltschaft davon aus, dass Kujat dem Täter die Tür geöffnet hat, ins Schlafzimmer flüchtete und neben seinem Bett erschossen wurde. Sie wollen die Version der Anklage von einem gedungenen Auftragsmörder durchlöchern. Der Name des vermeintlichen Killers tauchte im Bericht eines Gutachtens über Schmauchspurenanalysen auf. Ergebnis: Keine Spuren an der Bekleidung des GM-Hütters. Gegen ihn, der in diesem Prozess als Zeuge auftreten soll, wird weiter ermittelt. Eine Verwandte von ihm soll, so wurde bekannt, ein Verhältnis zu dem Angeklagten gehabt haben.

Ob es eine nachweisbare Verbindung zwischen den Angeklagten, dem Mörder und somit seiner Tat gibt, wird sich an den kommenden 15 Verhandlungstagen zeigen. Der Auswertung von Mobiltelefonverbindungen dürfte dabei eine entscheidende Rolle zufallen. Fortsetzung des Prozesses: 24.08.2009 um 9 Uhr.


 

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SMS: „Du sollst es für uns machen.“

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Landgericht Osnabrück: Mordprozess Kujat gewährt Einblick in aufwändige Ermittlungsarbeit

Osnabrück (kno) – Die Aufklärungsquote bei Tötungsdelikten liegt im Bereich der Polizeiinspektion Osnabrück bei 95%. Mit welchem Arbeitsaufwand dieses Ergebnis erzielt wird, wurde anlässlich des Prozesses gegen Maren M. und Andris M. wegen Anstiftung zum Mord vor dem Landgericht Osnabrück ansatzweise deutlich. Die Aussagen eines Gerichtsmediziners und eines Polizeibeamten beanspruchten den gesamten Tag.

Der Mediziner aus Hannover erläuterte die umfängliche Untersuchung des Mageninhaltes des getöteten Markus Kujat. Da er keine feste Aufgabenstellung hatte, erklärte er die makroskopischen und mikroskopischen Untersuchungsmethoden und deren Ergebnisse in allen Einzelheiten. Als er dann von nicht vorhandenen Tomatenkernen darauf schloss, dass dem Essen vermutlich Tomatenmark beigefügt worden war, unterbrach ihn der Richter und fragte ihn nach dem Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme. Ergebnis: Markus Kujat hat cirka 1 bis 2 Stunden vor den tödlichen Schüssen ein Kilo Spagetti Bolognese gegessen. „Diese Riesenmenge“, so der Gutachter war vermutlich „nicht richtig durchgegart“ und nur „anverdaut“.

Von einer regelrechten Sisyphusarbeit berichtete ein Polizeibeamter dem Gericht. Er hat über 1000 Mobilfunkverbindungen der Angeklagten und des Getöteten aus den Tagen vor dem und am Tattag den 24.7.2008 ausgewertet und tabellarisch erfasst. Die 10 DIN A3 Seiten auf denen auch SMS-Texte aufgelistete sind, wurden von ihm auszugsweise verlesen und erläutert.

Aus der Vielzahl der Verbindungen, die zum großen Teil auch Angaben über den jeweiligen Standort der genutzten Funkmasten enthielten, lässt sich ein genaues Bewegungsmuster der Beteiligten ableiten. Um das Ergebnis anschaulicher zu gestalten, hatte der Beamte die Standorte der Funkmasten in Karten übertragen.

Besonders aufschlussreich sind SMS-Nachrichten des Getöteten an die Angeklagte. Auszug: „Habe auf mein Konto geschaut... Sind jetzt schon 11000 Euro Schulden. Hoffe, du hast das ausgeglichen ....werde am Freitag Anwalt einschalten und dich wegen Betruges anzeigen...Das sind keine Spielchen mehr..“ Und wenig später nennt er 13000 Euro Schulden, schreibt von „betrügerischer Absicht“ und dass Maren M. eines seiner „Konten in den Ruin getrieben“ habt. Und dann fordert er sie auf, den Wagenschlüssel bei seiner Mutter abzugeben, ihre Koffer zu packen und ihn nach seiner Geschäftsreise in die USA nicht in Bremen vom Flughafen abzuholen. Wenig später muss es einen Sinneswandel gegeben haben: Die Handydaten weisen aus, dass Maren M. nach Bremen fuhr und ihn doch abholte.

Weitere Ergebnisse: Maren M. befand sich in den Tagen vor dem Mord in einem regelrechten Kommunikationswahn: Sie telefonierte fast permanent mit Markus Kujat, mit Andris M. und weiteren Zeugen, die noch gehört werden. Interpretationsbedarf besteht für SMS Texte von Andris M. an Maren M.: „Schatz, ich werde dir immer zur Seite stehen...“ Antwort: „ Du sollst es für uns machen. Geht das bei dir mal rein?“

Der Prozess wird am 15.4. um 9 Uhr fortgesetzt.

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Hat Markus Kujat in Boxershorts seinem Mörder die Tür geöffnet?

Hat Markus Kujat in Boxershorts seinem Mörder die Tür geöffnet?

Landgericht Osnabrück: Theorie der Verteidigung wackelt

Osnabrück (kno) – 20 Sitze waren für Pressevertreter im großen Schwurgerichtssaal des Landgerichts reserviert, doch nur einer war besetzt. Ganz anders auf den „freien“ Plätzen: Zahlreiche Bürger verfolgten 2 weitere Verhandlungstage im Prozess gegen Maren M. und Andris M., denen die Staatsanwaltschaft vorwirft, die Ermordung des 39-jährigen Markus Kujat am 24.7.2008 in Auftrag gegeben zu haben.

Hält das Alternativtheoriegebäude der Rechtsanwälte Meggers, Klein und Thérond den immer mehr bekannt werdenden Fakten stand? Sie gehen davon aus, das ein von Maren M. genannter „russischsprachiger Unbekannter mit spitzer Nase und einem weinroten 5er BMW“ die Tat begangen hat.

Fasst man die Aussagen der Rettungskräfte, Nachbarn und Polizeibeamten zusammen, so ergeben sich immer mehr Zweifel an der Behauptung von Maren M. gegen über einem Ermittler „sie habe mit der Tat nix zu tun.“

Am 27.7.2008 um 17.42 Uhr erreicht die Einsatzzentrale der Feuerwehr der Notruf: Eine hilflose Person auf oder neben dem Bett wird gemeldet. Es ist Maren M. die zwar aufgeregt, aber trotzdem bemerkenswert genau, den Ort und das Wahrgenommene schildert. Aus Nachfragen ergibt sich: Sie hat lediglich die nackten Füße ihres Lebensgefährten hinter dem Bett liegend gesehen. Näher nachgeschaut oder gar geholfen hat sie nicht. Sie ruft die Nummer 112 an und verständigt ihre Nachbarn, die gerade Geburtstag feiern. Der Nachbar entdeckt den nur mit Boxershorts bekleideten Getöteten, wie er vor Gericht berichtete, in einer Blutlache. Darin erkannt er eine Patronenhülse. Es gab oft Streit zwischen Maren M. und Markus Kujat, erzählt die Nachbarin. Meistens ging es um Geld, das sei auch den anderen Nachbarn bekannt gewesen. Zum anderen sei die Nachbarschaft aber auch Ohrenzeuge des Sexuallebens der Mitbewohner gewesen.

Die alarmierten Rettungs- und Polizeikräfte trafen um 18.00 Uhr ein. Im Treppenhaus trafen sie auf die Angeklagte. Zu deren Gemütsverfassung berichten die Zeugen: Sie war gefasst, zeigte keine Betroffenheit und war nur etwas genervt, weil sie nicht in die Wohnung durfte, um ihr Handy und Geld zu holen. Ein Firmenhandy des Getöteten, dass sie bei sich hatte, wollte sie „erst nicht rausrücken,“ so ein Beamter. „Anteilnahmslos“ sei sie gewesen, sagte ein Sanitäter aus. Den Grund dafür erfuhr ein Ermittler in einer nächtlichen Vernehmung von Maren M., die von 21 Uhr bis um 2 Uhr morgens beanspruchte. „Tränen zeigte sie nur aus Selbstmitleid,“ lautete seine Einschätzung: Maren S. habe von „purem Hass“ gegenüber ihrem Lebensgefährten gesprochen. Dieser sei „ein Stück Dreck“. Sie habe dann von einem Unbekannten gesprochen, der mehrmals an der Haussprechanlage aufgetaucht sei, um mit osteuropäischen Akzent nach Markus Kujat zu fragen. In Kujats Auftrag, der sich in den Tagen vor der Tat auf einer Geschäftsreise in den USA befand, habe sie 2000 Euro von dessen Konten abgehoben. 1000 Euro davon wurden bei ihr sichergestellt. Der Unbekannte mit dem 5er BMW wurde von keinem der bisher gehörten Zeugen in der Anliegerstrasse in Eversburg gesehen. Hat Markus Kujat in Boxershorts, wie die Verteidiger annehmen, seinem Mörder die Tür aufgemacht? Oder hat Maren M., wie sie angibt, auf der Maiwoche 2008 wirklich einen Schlüssel (ohne Anhänger) verloren, mit dem sich Fremde mehrmals Zugang zu der Wohnung verschafft haben, um das TV und Licht anzuschalten und Möbel zu verrücken? Für einen Onkel des Getöteten ist das nicht glaubhaft. Außerhalb des Gerichtssaals berichtet er den ON, dass Maren M. „nur hinter dem Geld“ her war. Sie habe die Konten von Markus M. in dessen Abwesenheit regelrecht geplündert und ihn „nach Strich und Faden“ belogen: Sie habe nie gearbeitet und auch nicht in Münster studiert.

Als besonders dreist empfand der Onkel einen Anruf von ihr am Tag nach der Tat bei der Mutter von Markus Kujat. Ohne Beileidbekundung habe sie sich mit bester Laune nach deren Befinden erkundigt. Die Mutter habe den Hörer fassungslos aufgelegt.



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Wurde der Auftragsmörder mit dem Geld des Opfers bezahlt?

Wurde der Auftragsmörder mit dem Geld des Opfers bezahlt?

Landgericht Osnabrück: Friseur von Maren M. belastet sie schwer

Osnabrück (kno) – Das klingt unglaublich: Eine Frau, die ihren Lebensgefährten durch einen Auftragsmörder umbringen lassen will, geht vor der Tat wöchentlich zu ihrem Friseur und erzählt ihm von ihrer Motivation, der Planung und will ihm zuletzt noch die Mordwaffe zeigen.

Doch genauso soll es gewesen sein, wenn ein Friseur im Mordprozess gegen Maren M. und Andris M. vor dem Landgericht Osnabrück die Wahrheit sagt. Beide Angeklagte sollen den Mord des 38-jährigen Markus Kujat am 24.7.2008 geplant und einen Mörder gedungen haben.

Drei Stunden hat der Zeuge bereits ausgesagt, dann konnte er nicht mehr. (Fortsetzung folgt am 23.4.) „Frau M. redete viel, wenn der Tag lang war,“ berichtete der Friseur, der sich auf Drängen von Maren M. auch privat mit ihr getroffen hatte. Er hatte den Eindruck, dass sie eine Beziehung mit ihm anstrebe und ihr gesagt, dass er daran kein Interesse habe. Die Angeklagte habe ihm gegenüber von zunehmenden Spannungen und Gewalttätigkeiten in ihrer Beziehung zu Markus K. berichtet. Dieser habe Geld von ihr zurückgefordert. Ob es sich dabei um die in seiner polizeilichen Vernehmung genannten 30.000 Euro handelt, konnte der 27-Jährige jetzt nicht bestätigen. Sie habe von der Möglichkeit gesprochen, dass Markus Kujat sie umbringen wolle und die Absicht geäußert ihm zuvor zu kommen. Erst sprach sie von Giftmord, Ersticken und Erstechen, später, eine Woche vor der Tat, wurde sie konkreter: Ein „schwarz gekleideter Russe“ sollte mit einem Nachschlüssel die Wohnung von Markus K. betreten und ihn mit einer von ihr besorgten Schusswaffe erschießen, während sie beim Einkaufen sei. Der Kontakt zu dem „Russen“ sollte über den weiteren Sexualpartner von Maren M., den Angeklagten Andris M. und dessen „russische“ Sexualpartnerin laufen, die als „Drehscheibe“ in der Lage gewesen sei, den Kontakt zu Leuten herzustellen, „die so was gegen Geld machen würden.“ Nach der Tat sollte die Waffe eingeschmolzen und die Kleidung des Täters vernichtet werden.

Einen Tag vor der Tat, so der Zeuge, habe er Maren M. am Neumarkt in einer Bank beobachtet, wie sie 500 Euro abhob. Mit der Kreditkarte von Markus K.. Das würde dieser nicht merken, habe sie ihm anschließend gesagt, weil „es morgen ja gelaufen wäre.“ Direkt vor der Bank wollte Maren M. ihm die Mordwaffe im Kofferraum des Autos des Opfers zeigen, so der Friseur. Er habe dies abgelehnt. Von 2000 bis 3000 Euro für die 7mm Pistole (unregistriert) und 7000 Euro für den Auftragskiller habe Maren M. gesprochen. Das hatte der Zeuge gegenüber der Polizei berichtet, konnte er aber jetzt nicht bestätigen. Wurde der Mörder mit dem Geld des Opfers bezahlt?

Die Glaubwürdigkeit des Zeugen dürfte mitentscheidend für den Ausgang dieses Prozesses sein. Ein Gutachter hat ihn bereits einmal befragt, verfolgt den gesamten Prozess und wird sich in seinem Gutachten wohl auch zu der Frage äußern, was den Zeugen bewogen haben mag, sich erst eine Woche nach der Tat an die Polizei zu wenden. Zeuge: Als ein RTL-Reporterteam am 30.7. vor dem Friseursalon, in dem sich Maren M. gerade die Haare machen ließ, auftauchte, „kam der Druck zum Brechen“. Er sprach mit einer Kollegin darüber, die wiederum die Polizei informierte. Vorher hatte er die Angeklagte noch zweimal gesehen. Direkt nach der Tat sei er von ihr aufgefordert worden, mit in die Wohnung des Getöteten zu kommen. Er habe dies abgelehnt. Sie habe Panik gezeigt alleine dorthin zu gehen. Tage später habe er sie und den Mitangeklagten in einer Eisdiele getroffen. Sie habe sich über die zwischenzeitliche U-Haft (Einmalunterwäsche) beschwert und keineswegs betroffen, sondern „erleichtert“ gewirkt. Er habe ihr angeboten bei ihr zu duschen und zu essen. Andris M. habe Pizza besorgt.

Weitere Zeugen machten Angaben über ihre Wahrnehmungen und Begegnungen mit Maren M. am Tattag, aus denen sich der jeweilige Aufenthaltsort der Angeklagten ergibt: Um 13.08 Uhr kaufte sie Lebensmittel ein und wurde auf dem Weg zur Wohnung des Getöteten gesehen. Um 14.25 Uhr tauchte sie mit Andris M. in einem Imbiss in Atter auf, beide „stritten spielerisch“ mit einander, sie fragte nach der Uhrzeit, berichtete ein Zeuge. Gegen 15 Uhr verließen beide den Ort und fuhren getrennt weg. Um 16:53 Uhr versuchte Maren M. am Neumarkt in einer Bank Geld abzuheben, hat aber keinen Ausweis dabei und scheiterte. Gegen 17.40 Uhr wurde sie telefonierend in einem Auto auf dem Weg zur Fritz-Behrens-Strasse gesehen.

Der Prozess wird am Montag, den 20.4. um 9 Uhr fortgesetzt

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