Großverfahren

Hat Markus Kujat in Boxershorts seinem Mörder die Tür geöffnet?

Hat Markus Kujat in Boxershorts seinem Mörder die Tür geöffnet?

Landgericht Osnabrück: Theorie der Verteidigung wackelt

Osnabrück (kno) – 20 Sitze waren für Pressevertreter im großen Schwurgerichtssaal des Landgerichts reserviert, doch nur einer war besetzt. Ganz anders auf den „freien“ Plätzen: Zahlreiche Bürger verfolgten 2 weitere Verhandlungstage im Prozess gegen Maren M. und Andris M., denen die Staatsanwaltschaft vorwirft, die Ermordung des 39-jährigen Markus Kujat am 24.7.2008 in Auftrag gegeben zu haben.

Hält das Alternativtheoriegebäude der Rechtsanwälte Meggers, Klein und Thérond den immer mehr bekannt werdenden Fakten stand? Sie gehen davon aus, das ein von Maren M. genannter „russischsprachiger Unbekannter mit spitzer Nase und einem weinroten 5er BMW“ die Tat begangen hat.

Fasst man die Aussagen der Rettungskräfte, Nachbarn und Polizeibeamten zusammen, so ergeben sich immer mehr Zweifel an der Behauptung von Maren M. gegen über einem Ermittler „sie habe mit der Tat nix zu tun.“

Am 27.7.2008 um 17.42 Uhr erreicht die Einsatzzentrale der Feuerwehr der Notruf: Eine hilflose Person auf oder neben dem Bett wird gemeldet. Es ist Maren M. die zwar aufgeregt, aber trotzdem bemerkenswert genau, den Ort und das Wahrgenommene schildert. Aus Nachfragen ergibt sich: Sie hat lediglich die nackten Füße ihres Lebensgefährten hinter dem Bett liegend gesehen. Näher nachgeschaut oder gar geholfen hat sie nicht. Sie ruft die Nummer 112 an und verständigt ihre Nachbarn, die gerade Geburtstag feiern. Der Nachbar entdeckt den nur mit Boxershorts bekleideten Getöteten, wie er vor Gericht berichtete, in einer Blutlache. Darin erkannt er eine Patronenhülse. Es gab oft Streit zwischen Maren M. und Markus Kujat, erzählt die Nachbarin. Meistens ging es um Geld, das sei auch den anderen Nachbarn bekannt gewesen. Zum anderen sei die Nachbarschaft aber auch Ohrenzeuge des Sexuallebens der Mitbewohner gewesen.

Die alarmierten Rettungs- und Polizeikräfte trafen um 18.00 Uhr ein. Im Treppenhaus trafen sie auf die Angeklagte. Zu deren Gemütsverfassung berichten die Zeugen: Sie war gefasst, zeigte keine Betroffenheit und war nur etwas genervt, weil sie nicht in die Wohnung durfte, um ihr Handy und Geld zu holen. Ein Firmenhandy des Getöteten, dass sie bei sich hatte, wollte sie „erst nicht rausrücken,“ so ein Beamter. „Anteilnahmslos“ sei sie gewesen, sagte ein Sanitäter aus. Den Grund dafür erfuhr ein Ermittler in einer nächtlichen Vernehmung von Maren M., die von 21 Uhr bis um 2 Uhr morgens beanspruchte. „Tränen zeigte sie nur aus Selbstmitleid,“ lautete seine Einschätzung: Maren S. habe von „purem Hass“ gegenüber ihrem Lebensgefährten gesprochen. Dieser sei „ein Stück Dreck“. Sie habe dann von einem Unbekannten gesprochen, der mehrmals an der Haussprechanlage aufgetaucht sei, um mit osteuropäischen Akzent nach Markus Kujat zu fragen. In Kujats Auftrag, der sich in den Tagen vor der Tat auf einer Geschäftsreise in den USA befand, habe sie 2000 Euro von dessen Konten abgehoben. 1000 Euro davon wurden bei ihr sichergestellt. Der Unbekannte mit dem 5er BMW wurde von keinem der bisher gehörten Zeugen in der Anliegerstrasse in Eversburg gesehen. Hat Markus Kujat in Boxershorts, wie die Verteidiger annehmen, seinem Mörder die Tür aufgemacht? Oder hat Maren M., wie sie angibt, auf der Maiwoche 2008 wirklich einen Schlüssel (ohne Anhänger) verloren, mit dem sich Fremde mehrmals Zugang zu der Wohnung verschafft haben, um das TV und Licht anzuschalten und Möbel zu verrücken? Für einen Onkel des Getöteten ist das nicht glaubhaft. Außerhalb des Gerichtssaals berichtet er den ON, dass Maren M. „nur hinter dem Geld“ her war. Sie habe die Konten von Markus M. in dessen Abwesenheit regelrecht geplündert und ihn „nach Strich und Faden“ belogen: Sie habe nie gearbeitet und auch nicht in Münster studiert.

Als besonders dreist empfand der Onkel einen Anruf von ihr am Tag nach der Tat bei der Mutter von Markus Kujat. Ohne Beileidbekundung habe sie sich mit bester Laune nach deren Befinden erkundigt. Die Mutter habe den Hörer fassungslos aufgelegt.



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