Großverfahren

Die Aussage des Ex-Partners: Sie benutzt andere nur

Die Aussage des Ex-Partners: Sie benutzt andere nur

Ringe gekauft: Verlobung unterbunden

Osnabrück (kno) – Sagt er aus oder sagt er nicht aus? Und wenn ja, dann öffentlich? Der Ex-Partner der Angeklagten Maren M. mit dem sie einen Sohn hat, der bei ihm lebt, machte es dem Gericht nicht leicht. Zeuge: „Sie wollen mich doch nur fertig machen.“ Richter: „Das haben wir nicht vor.“ Zeuge laut „Warum machen Sie es dann.?“

Verhandlungsunterbrechung: Zeugenbeistand, ein Psychiater und die Staatsanwältin bemühen sich den Busfahrer zu beruhigen. Und dann redet er Klartext: „Maren M. hat alle negativen Eigenschaften, die ein Mensch haben kann.“ 1996 habe er sie kennensgelernt und 7 oder 8 Jahre mit ihr zusammengelebt. „185 mal“ habe er sie vergebens gebeten auszuziehen: „Maren zieht nicht aus, wenn sie keinen neuen hat, wo sie sich `einschleimen´ kann.“ Gravierte Verlobungsringe habe sie gekauft, aber er habe die „Verlobung unterbunden“. Eine goldrichtige Entscheidung sei das gewesen, denn sie sei „von Mann zu Mann gefahren. Ich war ja froh, wenn sie weg war.“ Schon zu seiner Zeit sei Maren auch zu dem mitangeklagten Andris M. gefahren und habe ihm „die heiße Liebe vorgegaukelt“ und ein „großes neues Leben in den USA versprochen.“ Endlich habe Maren M. dann Markus Kujat auf einer Autohausparty kennen gelernt und sei zu ihm gezogen. „Der ist auch dahinter gekommen, was sie für eine ist.“ und „Sie benutzt andere nur.“, stellt der 46-Jährige fest und erwähnt dann, dass sie „Kujats Konten abgeräumt“ hätte.

Das Verhältnis zu Markus Kujat habe sich verschlechtert, sie tauchte mit einer dunklen Sonnenbrille auf und hätte von Schlägen berichtet. Drohungen habe sie oft gegen andere ausgesprochen, wenn sie sich zurückgewiesen fühlte: „Den lasse ich krankenhausreif schlagen.“ Glaubte er diese Drohungen? „Nur Mist. Alle nur Gequatsche. Das ging über Jahre. Ich könnte Bücher schreiben.“ Auch von d ihren Mordplänen gegen Markus Kujat habe er nichts geglaubt: „Dann müsste ja halb Osnabrück tot sein.“ Die Planungen wurden im Frühjahr 2008 immer konkreter. „Ich finde schon jemand, der das für 2000 bis 3000 Euro macht.“ habe sie gesagt und auch die Vorgehensweise beschrieben. Der Täter solle mit einen Schlüssel in die Wohnung von Kujat gelangen, während sie in einem Restaurant ein Glas fallen lässt, damit „sich jemand an mich erinnert“. Nach der Tat solle der Täter „durchklingeln“, worauf sie zur Wohnung fahre und den Getöteten auffinden wolle. Die Tatwaffe solle eingeschmolzen werden. Richter:„Wie denn das?“. Zeuge: „Wenn sie hier alle kommen lassen, haben sie 100 Männer hier sitzen, da ist auch einer vom Stahlwerk G.M.-Hütte dabei.“

Nach der Tat hatte der Zeuge Angst um sich und seinen Sohn, geriet aber auch als Verdächtiger ins Fadenkreuz der Ermittler. „Der Höhepunkt war eine Hausdurchsuchung.“ Er habe nicht mal mit einem Anwalt telefonieren dürfen.

Was sollte geschehen, wenn die „Sache schief geht“, wollte der Richter wissen. Auch darüber habe sich Maren M. Gedanken gemacht, so der Zeuge: „....dann könne man es ja Andris anhängen“, dass er den Mord in Auftrag gegeben hätte.

Die Angabe des Zeugen, dass er den Mitangeklagten Andris M. schon vor der Tat kannte, will dessen Anwalt Jens Meggers nicht glauben. Und tatsächlich: Aus Nachfragen und dem Abgleich mit dem Polizeiprotokoll ergibt sich. Das Treffen fand erst nach dem 24.7.2008 statt. Der Zeuge wird am Dienstag den 19.05. weiter gehört.

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