Großverfahren

Oh Nein. Post von Maren M.: Unschuldsbeteuerungen aus dem Knast

Oh Nein. Post von Maren M.: Unschuldsbeteuerungen aus dem Knast

Landgericht Osnabrück: Verurteilte Auftraggeberin Mittelpunkt des zweiten Kujat-Prozesses

Osnabrück (kno) – Die beiden Angeklagten verfolgen den Prozess gegen sie ruhig und aufmerksam, obwohl es nur mittelbar um sie geht. Wadim S. und seine Tante Marina S. werden des Auftragsmordes, beziehungsweise der Beihilfe dazu beschuldigt. Doch in den Zeugenaussagen steht nur eine Frau im Mittelpunkt: Die bereits im ersten Prozess verurteilte Maren M.. Ihre Hassliebe zu dem getöteten Markus Kujat bildete den Hintergrund für den Mordauftrag, den Wadim S. nach Vermittlung durch die Mitangeklagte für einen versprochenen Lohn von 5000 Euro am 24.07.2008 ausgeführt haben soll.

Kein Wunder also, dass das Gericht im Prinzip den ersten Prozess vollständig wiederholen muss, denn nur wenn erwiesen wird, dass Maren M. die Tat in Auftrag gab, kann es in dem laufenden Prozess zu einer Verurteilung kommen. Mehrfach hatte Maren M. Andeutungen über ihre Tatplanung gemacht. So berichteten ein Versicherungskaufmann und seine Frau dem Gericht, dass Maren M. ihnen gegenüber geäußert habe, dass sie Leuten Bescheid gesagt habe, die gegen Markus Kujat vorgehen würden: „Sie (M.M.) könne keinen Rückzieher mehr machen, das habe sie beim ‚Tode’ ihre Sohnes schwören müssen“. Am Valentinstag 2008 hatte der Versicherungsvertreter dem Getöteten im Auftrage seiner Lebensgefährtin M.M. die Hiobsbotschaft überbringen müssen, dass sie keine Millionenerbin sei und ihm einen Kredit von 30000 Euro nicht zurückzahlen könne. Kujat sei, so die Zeugen, nach dieser Nachricht, sehr niedergeschlagen gewesen. Vor wenigen Tagen erhielt das Zeugenpaar überraschend Post. „Oh nein“, habe seine Frau gerufen, als sie den Absender las: Maren M. Die zu lebenslänglicher Haft verurteilte, beteuert aus dem Gefängnis heraus ihre Unschuld und schiebt ihrem Freund Andris M. die ganze Verantwortung für die Tat zu.

Die Putzfrau des Getöteten berichtete ebenfalls von seltsamen Andeutungen Maren M.s.: Wochen vor der Tat sei sie von ihr gefragt worden, ob sie jemand kenne, der eine Waffe besorgen könne. Am Tag vor der Tat, habe Maren zu ihr gesagt, dass „Markus morgen Besuch zum Kaffeekränzchen bekommen werde. Sie werde darüber in der Zeitung lesen.

Mit ähnlichen Äußerungen wurden auch zwei junge Frauen konfrontiert, in deren Wohnung Maren M. in Bezug auf Markus Kujat gesagt habe: „Ich werde einen Killer engagieren, um ihn abknallen zu lassen.“

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