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Ach du Schreck - da blieben die Eier weg

Niederländischer Heißluftballon löste Panik auf Hühnerfarm aus

Ein ungewöhnliche Zivilrechtsstreit vor dem Landgericht Osnabrück: Bauer Hendrik-Jan Esschendahl verlangt von einem niederländischen Heißballonfahrer Schadenersatz, weil dieser bei der Überfahrt seines Bauernhofes bei Wilsum (Nordhorn) 20000 Hühner so erschreckt habe, dass diese wenige Tage später das Eierlegen fast einstellten.

 

 

Vier TV-Teams, zahlreiche Pressevertreter und Zuhörer hatten sich vor dem kleinen Saal von Einzelrichter Stefan Perschke eingefunden, um zu hören, was hinter diesem Fall steckt. An einem Septemberabend im Jahre 2004, berichtete der Kläger, sei er mit seiner Frau Gerda beim Eiersortieren im Stall gewesen, als er plötzlich von draußen ein lautes Gegacker und zusätzlich ein „Getöse und Gebrumme“ gehört habe. Als er und seine Frau dann hinaus gelaufen seien, hätten sie gesehen, wie ihre 20000 Hühner völlig panisch versucht hätten in den Stall zu gelangen und gegen einen Zaun gerannt seien. „Der 2 Meter hohe Zaun war nicht mehr zu sehen. Eine einzige Hühnerwand.“ Einigen Hühner sei es gelungen über den Zaun zu fliegen. Als Verursacher des Getöses und Auslöser der Massenpanik unter den Hühnern konnte das Bauernpaar einen Heißluftballon ausmachen, der gerade hinter nahegelegenen Eichen entschwand. Zur Flughöhe des Ballons gab Bauer Esschendahl an, dass dieser ungefähr 50 m hoch geflogen sei. Er habe dies an der Höhe der Eichen abschätzen können. Nachdem sich die Aufregung im Hühnerstall gelegt habe, sei man wieder zur Tagesordnung übergegangen. Nicht so die Hühner: Nach wenigen Tagen ging die Legeleistung der braunen Lohmannhühner auf 50% zurück. Dieses berichtete die Ehefrau des Klägers, die ihre Aufzeichnungen zum Prozess mitgebracht hatte. Ein herbeigerufener Berater habe die Hühner begutachtet und tierärztlich untersuchen lassen. „Im Hühnerstall war es auffallend ruhig. Die Tiere fraßen und tranken zuwenig,“ schilderte der Hühnerfachmann vor Gericht den Zustand der Tiere. Als er von dem Vorfall mit dem Heißluftballon gehört habe, sei ihm klargewesen, dass dieser Stress bei den Hühner ausgelöst hätte. Nach der Kontaktaufnahme zum niederländischen Ballonfahrer, sei dieser sofort zu Besuch gekommen und habe, so der Kläger, „zugegeben, dass er zu niedrig gefahren sei.“ Man habe Kaffee getrunken und der Ballonfahrer eine Regulierung durch seine Versicherung angekündigt. Doch diese weigerte sich den hohen Schaden zu ersetzen, die Tiere seien krank gewesen.. Immerhin: die Reduzierung der Legeleistung von 4500 Eiern täglich summierte sich auf einen Schaden von fast 26000 Euro. Vor Gericht gab der Niederländer an, er habe die Mindestflughöhe von 500 ft. (ca.150 m) korrekt eingehalten, deshalb seinen „Flüsterbrenner“ eingesetzt und dabei nicht nach unten geschaut. Zwei Mitfahrer wurden da schon konkreter. Sie berichteten von „Problemen mit weglaufenden Hühnern“, die der Ballon vor sich hergetrieben habe. Angesichts der durchaus plausiblen Möglichkeit, dass die Panik der Hühner für deren Legeleistungsverminderung ursächlich sein könnte, drängte der Einzelrichter die Parteien zu einem Vergleich. Ansonsten müsse ein teurer Gutachter gerufen werden. Jetzt haben die Streithähne bis zum 24. April Zeit sich zu einigen.

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