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Fliegender Holländer nicht Ursache für verminderte Legeleistung

Streithähne vor dem Landgericht Osnabrück: Wer zahlt für die fehlenden Eier

Osnabrück (kno) – Der Fall hatte vor knapp einem Jahr bereits für überregionales Interesse gesorgt. Auch jetzt war der kleine Saal der 5-ten Zivilkammer des Landgerichts Osnabrück überfüllt von Pressevertretern und neugiergen Bürgern. Grund: Die Schadensersatzforderung eines Geflügelbauern aus Wilsum gegen einen Heissluftballonfahrer aus den nahegelegenen Niederlanden. 26000 Euro fordert der Besitzer von 20000 freilaufenden Hühnern.

 

 

Er geht davon aus, dass die verminderte Legeleistung seines Federviehs auf einer Panik beruhe, die der zu niedrig fliegende Holländer ausgelöst hat. Vor einem Jahr sah alles danach aus, dass der Bauer Schadenersatz bekommen würde. Der Niederländer hatte nicht bestritten, mit seinem Heissluftballon am 10.09.2006 über den Geflügelhof gefahren zu sein und dadurch eine Panik der Hühner ausgelöst zu haben. Unstreitig auch: 10 Tage nach dem Vorfall war die Legeleistung der Hühner von 18000 Eiern pro Tag auf 13900 abgesunken.

Ein vermeintlicher Fachmann, der Futterberater des geschädigten Bauern hatte im ersten Teil des Prozesses ausgesagt, dass die Bildung eines Follikels bis zum fertigen Ei ungefähr 10 Tage dauere. Da lag es nahe, den Problemüberflug als Ursache zu sehen. Da sich die Streithähne nicht einigen konnten, wurde das Gutachten eines Tiermediziners erforderlich. In einem lehrreichen Vortrag des Universitätsprofessors Dr. Ulrich Neumann aus Hannover erfuhren die Anwesenden viel vom derzeitigen Stand der Wisssenschaft: 1. Ältere Hühner legen ihre Eier später am Tag. 2. Vögel können (vor allem Farben) besser sehen als Menschen. 3. Ohne die evolutionäre Bildung des Schreckalarms hätte wohl keine Spezies überlebt. 4. Neue Hühnerzüchtungen sind stressresistenter. Der entscheidende Punkt ging dabei fast unter: Zwar gibt es, wie bei Menschen Stressreaktionen nach bedrohlichen Ereignissen. Aber: Die Symptome sind nur von kurzer Dauer. Die glatte Muskulatur des Eileiters erholt sich rasch und die Versorgung der Blutgefässe wird sehr bald wieder aufgenommen. Allenfalls, so der Wissenschaftler, wäre ein Effekt 1 bis 2 Tage nach dem Vorfall spürbar gewesen. Über die wahren Gründe der verminderten Legeleistung wollte der Tiermediziner nur ungern mutmaßen, da entsprechende Blutuntersuchungen nicht vorliegen. Es könne sich um eine Viruserkrankung gehandelt haben.

Zu einer raschen Entscheidung sah sich das Gericht nicht in der Lage: Erst am 4.5.2007 soll das Urteil verkündet werden.

 

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