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Verfügung des Ministeriums rechtswidrig: Antike Goldmünze durfte nicht sichergestellt werden

Verwaltungsgericht Osnabrück: Einstufung als französisches Kulturgut umstritten

Osnabrück (kno) – Die Sicherstellung einer Goldmünze aus dem römischen Kaiserreich von 268 n.Chr. durch das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur war rechtswidrig. Die Münze mit dem Konterfei von Claudius II. Gothicus war am 9.03.2010 von der Osnabrücker Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden, weil der Verdacht bestand, dass sie illegal nach Deutschland gebracht worden sei und „der Verdacht der Unterschlagung“ bestünde.

 

Trotzdem kam es 3 Tage später bei einer bereits angesetzten Versteigerung durch das renommierte Osnabrücker Münzauktionshaus Künker zum Verkauf. Ein unbekannter Käufer erwarb die Münze für 54.000 Euro, die er allerdings erst Monate später erhielt. Hintergrund der Sicherstellung war das Kulturgüterrückgabegesetz, dass dem Schutz von Kulturgütern aus den Staaten der Europäischen Union dient. Der Französische Republik hatte erklärt, dass die besagte Münze aus dem „Schatz von Lava“ stamme. Im Jahre 1957 war eine größere Menge antiker Münzen in den Handel gelangt, die alle angeblich aus einem vor der Südküste Korsikas gesunken römischen Schiff stammten. Alle Münzen aus diesem Fund wurden zum französischen  Kulturgut erklärt. Die zur Rede stehende Münze wurde 2007 erstmalig in New York für 40.000 Dollar versteigert und gelangte dann nach Deutschland. Diese Einfuhr wäre nach dem Kulturgüterrückgabegesetz illegal, wenn denn die Münze auf dem Hoheitsgebiet Frankreichs gefunden und zum nationalen Kultgut erklärt worden wäre. Das europaweit führende Münzauktionshaus Künker bestreitet aber die eindeutige Zuordnungsfähigkeit der Münze zum Schatz von Lava: „Die Münzen wurden in riesigen Mengen hergestellt.“ Eine eigens angefertigte Expertise kommt zu dem Schluss, dass weder aus dem Zustand noch aus der Geschichte der Goldmünze zwingend abzuleiten sei, dass sie aus dem korsischen Schatz stamme. Nachdem die Staatsanwaltschaft Osnabrück sich am 14.08.2010 zur Herausgabe der Münze entschlossen hatte, weil kein dringender Verdacht einer Straftat erkennbar war, erließ das Niedersächsische Ministerium eine umstrittene „Anhalteverfügung“, also eine erneute Sicherstellung, gegen die sich das klagende Auktionshaus nun erfolgreich vor dem Verwaltungsgericht wehrte. Das Gericht stellte fest, dass die Anhalteverfügung an den falschen Adressaten gegangen sei. Es hätte die Fa. Künker sein müssen. Außerdem so das Verwaltungsgericht sei nicht festzustellen, dass Frankreich die betreffende Münze zum Kulturgut erklärt hätte. Mittlerweile hat der Käufer die Münze erhalten. In einem weiteren Rechtsstreit wird der Kläger nun vor dem Landgericht Osnabrück Schadensersatz vom Land Niedersachsen einfordern.

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