Berufungen

Auch nach 15 Jahren Haft weitere Straftaten

Landgericht Osnabrück: 60-jähriger Mörder wegen Betruges verurteilt

Osnabrück (kno) – Eigentlich keine große Sache, mit welcher sich die 5. kleine Strafkammer des Landgerichts Osnabrück zu beschäftigen hatte: Eine Berufungsverhandlung gegen einen fast 60-Jährigen aus Bielefeld. Das Amtsgericht hatte ihn wegen Urkundenfälschung und Betruges zu einer Freiheitsstrafe von 6 Monaten ohne Bewährung verurteilt.

 

Der Angeklagte hat gestanden sich mit gefälschten Unterlagen im März 2007 bei einem Osnabrücker Metallbauunternehmen einen Anstellungsvertrag als Ingenieur erschlichen zu haben.

Er hatte im März 2007 dem Firmenchef zwei Dokumente vorgelegt: Ein Meisterzeugnis und ein Abschlusszeugnis eines Instituts, welches ihn als Ingenieur auswies. Plumpe Fälschungen, wie sich bald herausstellte. Entstanden waren sie aus überklebten und fotokopierten Originaldokumenten. Aus der Anstellung mit einem Bruttolohn von 2750 Euro wurde nichts. Der Unternehmer erstattete Anzeige.

Die Berufungsverhandlung war anberaumt worden, weil der Verurteilte mit dem Strafmass nicht einverstanden war. So weit so gut. Eigentlich stand zu erwarten, dass der 60-Jährige als freier Mann den Verhandlungsraum betreten würde, doch er wurde in Handschellen vorgeführt. Der Grund ergab sich aus der Verlesung des Strafregisters, wobei eine Eintragung aufhorchen: Eine Verurteilung wegen Mordes und Schwangerschaftsabbruchs durch das Landgericht Freiburg 1982. 15 Jahre davon hat er abgesessen. Kurz nach seiner Entlassung folgten neue Straftaten und 4 Verurteilungen durch verschiedene Amtsgerichte: Betrug, Betrug und betrügerischer Bankrott. Deswegen sitzt er jetzt in Münster in Haft und hat genügend Zeit sich zu überlegen, ob er so weitermachen will. 4 Monate sattelte das Landgericht Osnabrück jetzt oben drauf. Anfang 2009 wird er entlassen. Dann, so gab er vor Gericht an, wolle er seine Verlobte heiraten.

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