Berufungen

Rückfällig zwei Tage nach Verurteilung durch Amtsgericht Nordhorn

Erfolglose Berufung eines Schüttorfer Kinderschänders vor dem Landgericht Osnabrück

Osnabrück (kno) – Kopfschütteln auf Seiten der Staatsanwältin löste das Unterfangen eines 18-jährigen Albaners vor der Jugendkammer des Landgerichts Osnabrück aus. Mit Hilfe eines Anwaltes hatte er Berufung gegen ein Urteil des Amtsgerichts Nordhorn eingelegt, das ihn am 19. Oktober 2010 zu einer Jugendstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten verurteilt hatte.

 

In dieses Urteil war eine weitere Verurteilung vom 29. Juni 2010 zu einem Jahr auf Bewährung wegen Diebstahls, Raubes und Erschleichung von Sozialleistungen einbezogen worden. Nach kurzem Prozess zog der, in Schüttorf wohnende Albaner seine Berufung zurück. Bereits 2 Tage nach seiner vorletzten Verurteilung am 29.6.2010 war der Angeklagte wieder aktiv geworden: Weil er nicht damit einverstanden, dass sich seine Freundin von ihm trennen wollte, warf er ihr auf einem Parkplatz in der Nähe des Schüttorfer Feuerwehrhauses eine Bierflasche ins Gesichts. Die junge Frau erlitt eine Nasenbeinfraktur und hatte zwei gelockerte Zähne. Nur 7 Tage nach diesem Vorfall brach der 18-Jährige bei der Grafschafter Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft ein. Sein Ziel war der dort befindliche Tresor. Da er es nicht schaffte den Tresor aufzubrechen, nahm er einen alten Laptop im Wert von 20 Euro mit. Am 7. September 2010 kam es dann zu einem schweren Fall von sexuellem Missbrauch eines Kindes auf einem Kinderspielplatz an der Markringstraße in Schüttorf. Der 18-jährige lockte einen 7-Jährigen in eine Spielhütte und verging sich an dem Kind, während er sich selbst befriedigte. Als der Junge fragte, wie lange es noch dauere, bot ihm der Albaner 10 Euro für Süßigkeiten an.

 

 

Schädliche Neigungen hatte das Amtsgericht Nordhorn bei dem 18-Jährigen festgestellt. Sein Registerauszug zeigte 5 Voreintragungen, unter anderem wegen gemeinschaftlichen Diebstahls, Fahren ohne Fahrerlaubnis und Erschleichen von Leistungen. Im Urteil heißt es: „Der Angeklagte lebt seine eigenen Interessen auf Kosten anderer aus.“

„Was ist denn seit der Verhandlung in Nordhorn in ihrem Leben passiert?“ wollte der Vorsitzende der Jugendkammer wissen. „Eigentlich nix,“ antwortete der Angeklagte. Diese Antwort rief die Staatsanwältin auf den Plan. Sie berichtete, dass seit der letzten Verurteilung 12 neue Ermittlungsverfahren gegen den Albaner eingeleitet wurden. Seine neue Masche sei es, sich in Arztpraxen einzuschleichen und dort aus Taschen und Rucksäcken Wertgegenstände zu entwenden. Erst vor wenigen Tagen habe er außerdem in Bielefeld ein Auto gestohlen; hinzu kommt ein Tankbetrug. „Es geht jeden Tag weiter,“ erklärte die Anklägerin: „Das ist nur die Spitze des Eisberges. Wenn ich das hier alles anklage, sind wir schnell bei der Höchststrafe im Jugendstrafrecht von 10 Jahren.“ Überrascht vom Autodiebstahl zeigte sich selbst der Verteidiger des Albaners. Der Richter verkürzte das Verfahren und wandte sich an den Angeklagten: “Das wird hier nix.“ Nach dieser klaren Absage, zog der Angeklagte seine Berufung zurück. Die Ladung zum Haftantritt hat er schon. Ab morgen muss er seine Strafe absitzen. „Nutzen Sie diese Zeit,“ gab ihm der Richter noch mit auf den Weg.

Diesen Beitrag teilen



Rückfällig zwei Tage nach Verurteilung durch Amtsgericht Nordhorn - Auf Twitter teilen.

Sei der erste, dem das gefällt