Betrug und Wirtschaftsstrafsachen

Revision beantragt: Verlust der Anwaltslizenz droht

Landgericht Osnabrück: Urteil wegen Betruges noch nicht rechtskräftig

 Nach 26 Sitzungstagen verurteilte die 15 Große Strafkammer des Landgerichts Osnabrück vier Männer aus Düsseldorf, München und Frankfurt wegen Betruges zu Bewährungsstrafen zwischen 18 Monaten und einer Geldstrafe von 170 Tagessätzen zu 50 Euro. Gegen diese Urteile wurde von den beiden Haupttätern und der Staatsanwaltschaft Revision beantragt. Hauptangeklagter war der 37-jährige Michael Burat gegen den zur Zeit auch ein Verfahren in Frankfurt a.M. wegen Abofallen im Internet läuft. Er hat mit den Mitangeklagten in den Jahren 2004 und 2005 im Internet gezielt die Portale von namhaften Firmen, aber auch Parteien, Kommunen und gemeinnützigen Vereinen nach der Möglichkeit zur Versendung von sogenannten e-cards oder von newslettern durchforstet, um diese mit fingiertem Absender und einem obszönen Begleittext an sich selber zu versenden. Da die e-cards mit Werbung bestückt waren, erfolgte anschließend eine kostenpflichtige Abmahnung wegen der Zusendung von unverlangter Werbung. Das kostete die Firmen jeweils ungefähr 500 Euro, die dann unter den Beteiligten aufgeteilt wurden. Mit im Boot war auch der Rechtsanwalt Bernhard S. aus München, der den Schriftverkehr mit den Firmen abwickelte. Richtig teuer wurde es für die Firmen wenn es den Betrügern gelang, erneut eine e-cards zu versenden. Es wurde eine Vertragsstrafe von 5000 Euro fällig. Allein die CDU Deutschland zahlte über 15000 Euro. Opfer waren unter anderem auch Tchibo, Bahlsen, Reemtsma, Haribo, die SPD, die Grünen und die PDS. Der Gesamtschaden belief sich auf 50000 Euro. Die Staatsanwaltschaft Osnabrück zog den Fall an sich, nachdem auch die Stadt Osnabrück Opfer der Gruppe um Michael Burat geworden war und Anzeige erstattet hatte. An den 26 Verhandlungstagen wurde jeder Fall einzeln abgehandelt. Es wurden gesicherte Chartprotokolle verlesen, die Auskunft über die Absprachen der Beteiligten und deren jeweiligen Tatbeiträge gaben. Verurteilt wurde Michael Burat letztlich wegen 38 Fällen von Betruges und 33 Versuchen zu 18 Monaten Bewährungsstrafe. Er erhielt eine Geldauflage von 120000 Euro. Der mitangeklagte Rechtsanwalt Bernhard S. erhielt 15 Monate auf Bewährung und eine Geldauflage von 12.000 Euro. Für die Mitangeklagten gab es eine Freiheitsstrafe von 7 Monaten und eine Geldstrafe von 170 Tagessätze zu 50 Euro. Da dem Münchener Anwalt die Entziehung seiner Anwaltslizenz droht, ist es nicht verwunderlich, dass er gegen das Urteil Revision beantragte.

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