Jugendliche

Nach schweren Vorwürfen: Flut von Einstellungen

Amtsgericht Osnabrück: Drogenhandel in Melle-Buer konnte nicht bewiesen werden

Die Vorwürfe gegen 4 Heranwachsende aus Melle, Bruchmühlen und Herford vor dem Amtsgericht Osnabrück waren schwerwiegend: Insgesamt 7 einzelne Anklagen waren zu einem Verfahren zusammengefasst worden. Vom Handel und Besitz von Betäubungsmitteln, vom „Herstellen verbotener Waffen“, Körperverletzung, Diebstahl, Beleidigung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte reichte die Palette. 13 Zeugen hatte das Gericht geladen, 5 von ihnen nahmen auf dem Zeugenstuhl Platz. 2 von ihnen verweigerten die Aussagen, um sich nicht selber zu belasten. Der schwerwiegenste Anklagepunkt, der alle 4 Heranwachsenden im Alter von jetzt 17 bis 22 Jahren betraf, ging auf einen Vorfall am Karfreitag 2011 in Melle-Buer zurück. Um 18 Uhr erschien dort an der alten Sporthalle ein Mercedes in dem die vier Angeklagten saßen. Dort trafen sie auf eine Gruppe von Jugendlichen, denen sie Marihuana zum Kauf angeboten haben sollen. Die Aussagen der Beteiligten zum Ablauf der Ereignisse waren äußerst unterschiedlich. Die Frage, ob es zu einem Verkauf von 1 g Marihuana für 10 Euro kam, blieb ebenso offen, wie die Frage, ob die Angeklagten einen ganzen Beutel mit kleinen Tüten voller Drogen dabei hatten. Es zeichnete sich ab, dass es im Zusammenhang mit einer Tüte Marihuana zum Streit zwischen den Gruppen gekommen sein soll. Von Schlägen, einer Kopfnuss und einer Holzlatte, die drohend geschwungen wurde war die Rede. Fest steht, dass einer der zum Teil angetrunkenen Jugendlichen aus Buer zum Schluss der Auseinandersetzung eine halb volle Wodkaflasche auf einer der Angeklagten (22) aus Herford warf und diesen so schwer verletzte, dass dieser einen Kiefernbruch erlitt und 14 Tage ins Krankenhaus musste. Wegen dieser Tat wurde das Verfahren gegen den Flaschenwerfer bereits eingestellt. Jetzt wurde das Verfahren gegen zwei der Angeklagten eingestellt, wegen der Tat in Melle-Buer eingestellt. Ebenso eine weiteres Verfahren wegen Drogenbesitzes. Zwei Angeklagte konnten den Gerichtssaal ohne Urteil verlassen. Von den 2 verbliebenen Angeklagten musste sich der 17-Jährige unter anderem noch wegen der Herstellens und Gebrauchs eines Molotowcocktails verantworten. Er hatte angeblich am Sylvesterabend 2011 eine Flasche mit Benzin gefüllt, mit einem Stofflappen verstopft, angezündet und auf die Bremerstraße geworfen, wo diese sofort explodierte und eine große Stichflamme freigesetzt habe. Das Verfahren wurde eingestellt. Sein Gerichtshelfer sagte den bereits gerichtsbekannten Jugendlichen ihn: „Er hat viele Verfahren. Schädliche Neigungen werden erkennbar.“ Doch schließlich kam auch er und der Mitangeklagte mit einem blauen Auge davon. Nach einer weiteren Einstellung erhielten der Jüngere 80 Stunden und der ältere aus Herford 30 Stunden Sozialdienst aufgebrummt.

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