Jugendliche

Nach dem Richtfest in die Sporthalle zum Randalieren

Nach Alkoholexzess: Übungsleiterin und Beamte beleidigt und bespuckt

Das war eine teure Sauferei: 935 Euro Sachschaden müssen zwei 20-Jährige bezahlen, nachdem sie im November 2011 in einer Turnhalle in Melle-Wellingholzhausen im Alkoholrausch randaliert hatten. Die beiden Trunkenbolde mussten sich jetzt vor dem Amtsgericht Osnabrück wegen Sachbeschädigung, Körperverletzung, Beleidigung und Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte verantworten. Bier und Wodka hatten die beiden Angeklagten am Nachmittag des 18.11.2011 bereits getrunken, als sie sich torkelnd auf den Weg zu einem Richtfest machten. Nachdem sie dort weiter gebechert hatten, machten sie sich auf den Heimweg, der sie an der Sporthalle in Melle-Wellingholzhausen vorbeiführte. Dort, wo einer der beiden vor 7 Jahren einmal Sport getrieben hatte, kamen sie auf die Idee Tischtennis zu spielen. Eine anwesende Sportgruppe von Jugendlichen und ihre Übungsleiterin flüchteten nach draußen, als die beiden anfingen in der Halle die Tischtennisplatte und die Schläger zu zerlegen. Die beiden folgten den Flüchtenden und beleidigten die Übungsleiterin „aufs Übelste“, es kam zu einem Schlag mit der flachen Hand gegen einen Jugendlichen. Dann flüchteten sie. Die herbeigerufene Polizei konnte einen der beiden kurz darauf stellen und wurde ebenfalls mit „äußerst obszönen Fäkalworten“ begrüßt. Bei dem Versuch einer Festnahme, wehrte sich der 20-Jährige in dem er austrat und versuchte zu schlagen. Er stieß weitere Beleidigungen aus und bespuckte einen der Beamten. Die drei betroffenen Polizisten saßen während der 2-stündigen Verhandlung im Gerichtssaal, obwohl sie nicht aussagen mussten, weil die Angeklagten die Taten voll umfänglich einräumten. Die Beamten hatten einen Adhäsionsantrag gestellt, der dem Gericht im Strafverfahren die Möglichkeit eröffnet ein Schmerzensgeld festzusetzen. Für die Unvollständigkeit des Antrags gab es vom vorsitzenden Richter einen Rüffel. Die Beamten hatten versäumt, den Text ihrer Anzeige noch einmal in den Antrag zu kopieren und Zeugen zu benennen. Nachdem sie das Fehlende mündlich ergänzt hatten, konnte der Antrag im späteren Urteil berücksichtigt werden. Kleinlaut entschuldigten sich der renitente Angeklagte bei den Beamten, allerdings ohne sie dabei anzuschauen. Es sei im alles äußerst peinlich, was da passiert sei. Seine Anwältin verwies darauf, dass es auch seine Familie „nicht so prickelnd“ fände, was der 20-Jährige gemacht habe. Die Verlesung des amtlichen Sündenregisters ergab, das beide Angeklagte bereits, auch einschlägig, mehrmals mit dem Gesetz in Konflikt gekommen waren. 2 Monate vor der Tat war einer der beiden wegen Diebstahls zu einer Bewährungsstrafe von 6 Monaten verurteilt worden. Der Blutalkoholwert des Festgenommenen ergab, dass er zur Tatzeit einen Wert von 2,42 ‰ hatte. Dieser Wert wurde auch für den anderen Angeklagten übernommen. Den Staatsanwalt veranlasste dieser hohe Werte von einer verminderten Schuldfähigkeit auszugehen. Seinem Antrag auf Verhängung einer Geldstrafe für den einen und einer Bewährungsstrafe von 9 Monaten für den anderen Angeklagten nach Jugendstrafrecht schlossen sich die Verteidiger an. Das Amtsgericht verurteilte die beiden entsprechend. Der kurz vor der Tat bereits verurteilte 20-Jährige erhielt unter Einbeziehung der Vorstrafe eine Gesamtfreiheitsstrafe von 9 Monaten wegen Sachbeschädigung und Beleidigung. Er muss außerdem 100 Stunden Sozialdienst ableisten. Sein Kumpane muss 250 Euro Strafe bezahlen, 50 Stunden gemeinnützige Dienste ableisten und 3 mal 75 Euro Schmerzensgeld an die Beamten bezahlen. Da beide Verurteilte demnächst 21 Jahre alt werden, gab ihnen der Richter den dringenden Rat mit auf den Weg, keine Straftaten mehr zu begehen, denn demnächst würden sie nach Erwachsenenstrafrecht verurteilt und dass würde zwangsläufig bedeuten, dass sie in Haft müssten.

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