Körperverletzung

Halsaufschneider vom Blumenhallerweg erhielt milde Strafe.

Landgericht Osnabrück von den Familien der Angeklagten belagert

Osnabrück (kno) – Sicherheitsstufe 1 im Landgericht Osnabrück: Angeklagt waren zwei Männer aus Osnabrück wegen gefährlicher Körperverletzung. An zwei Verhandlungstagen sollte geklärt werden, wie es zu einer lebensgefährlichen Halsverletzung mit einem Teppichmesser gekommen war.

 

Das Opfer war für den ersten Tag geladen. Doch der Albaner erschien nicht. War er wirklich im Urlaub in Mazedonien oder hatte er Angst vor den Familien und Freunden der beiden Angeklagten, die zahlreich die Treppen und Flure des Landgerichts Osnabrück belagerten? Nach einem Sicherheitshinweis der Münsteraner Polizei wurde jeder Zuschauer des Prozesses genaustens auf Waffen untersucht. 

Angeblich war eine Racheaktion geplant, die belastende Aussage des Albaners sollte nach Möglichkeit verhindert werden. Ausgangspunkt des Verfahrens war eine Rangelei auf dem Blumenhallerweg. Am Morgen des 22. Januar 2007 versuchten die beiden Angeklagten ihren Arbeitskollegen durch lautes Hupen aus dem Haus zu locken. Das störte den Albaner, der gerade seine Tochter zum Kindergarten gebracht hatte. Nachdem er sich lautstark beschwert hatte, stiegen die beiden Angeklagten, Steve L. und Demir R. aus dem Wagen da sie sich „provoziert fühlten.“ Nach einem hitzigen Wortgefecht dann die ersten Schubser und Schläge. Folge: Ein Nasenbeinbruch. Demir R. stieß dem Opfer an den Hals und machte eine Bewegung Richtung Kehlkopf. Dass er dabei ein Teppichmesser in der Hand hatte, hatte er, seiner Darstellung nach, vergessen. So jedenfalls wollte er es dem Gericht glauben machen. Der Messerangriff hinterließ eine 10 cm lange Verletzung. Stark blutend sah das Opfer nur eine Lösung, um rasch Hilfe zu bekommen. Er bestieg das Auto der beiden Angreifer und raste damit zum Marienhospital. Dort wurde er notärztlich versorgt, die Verletzung war lebensgefährlich.

Der Vorfall war von drei älteren russischstämmigen Mitbürgern beobachtet. Ausführlich hatten sie der Polizei gegenüber berichtet. Jetzt vor Gericht wirkten sie eingeschüchtert und trugen nicht zur Aufhellung bei. Sätze wie: „ Ich glaube nicht, dass ich mich daran erinnern werde,“ und „Ehrlich, ich habe das nicht gesehen,“ deuten darauf hin, dass sie Angst vor den Konsequenzen ihrer Aussagen hatten. Es kam zu einer Absprache zwischen den Prozessbeteiligten. Auf die Aussage des Opfers wurde verzichtet. Die Angriffe wurden eingestanden. Der Verursacher des Nasenbeinbruchs konnte den Gerichtssaal verlassen, nachdem er sich bereit erklärt hatte 500 Euro an das Opfer zu zahlen. Doch auch der Halsaufschneider kam mit einem blauen Auge davon: Er erhielt eine Strafe von zusätzlich 6 Monaten. Das Landgericht Hildesheim hatte ihn wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchtem Totschlag zu 4 Jahren Haft verurteilt. Die Beifallsäußerungen der Familienangehörigen nach dem Urteil jetzt lassen vermuten, dass sie mit einer höheren Strafe gerechnet hatten..

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