Raub und Diebstahl

Mit dem Golf bis zum Kassenbereich des Media Marktes

Landgericht Osnabrück: Litauische Blitzeinbrecher müssen sich erneut verantworten

Osnabrück – Zwei Litauer, die wegen Diebstahls vom Amtsgericht Nordhorn im Oktober 2014 jeweils zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten verurteilt worden waren, versuchen jetzt in einem Berufungsverfahren vor dem Landgericht Osnabrück eine geringere Strafe zu erwirken. Recht wortkarg und kleinlaut gaben sich zwei junge Männer aus Litauen (25 und 30 J.) vor dem Landgericht Osnabrück in einer Berufungsverhandlung, die nach 2 Stunden Dauer vertagt wurde, weil es Fragen zur angeblichen Alkoholisierung eines Angeklagten zur Tatzeit gab. Die beiden Männer hatten vor dem Amtsgericht Nordhorn gestanden, in den frühen Morgenstunden (1.45 Uhr) des 11.09.2015 mit einem gestohlenen VW Golf durch die geschlossene Eingangstür des Nordhorner Media-Marktes bis in den Kassenbereich gefahren zu sein, um anschließend in einer Blitzaktion Tablets-PCs und Smartphones im Wert von fast 40000 Euro einzusacken. Ebenso hoch dürfte der verursachte Sachschaden gelegen haben. Auf die Spur war man den beiden nach einem DNA-Abgleich und einer Telefonüberwachung gekommen. Wie sich aus der Verlesung der Vorstrafen ergab, sind die beiden "notorische Diebe, die ihren Lebensunterhalt durch Straftaten bestreiten". In Litauen, Frankreich und Deutschland wurden die beiden hageren, kleinen Männer bereits verurteilt. Beide haben Hafterfahrung. Vor ihrer Verhaftung im August lebten sie in Badbergen und Quakenbrück. Ermittler vermuteten, dass die Beiden auch andere Blitzeinbrüche durchgeführt haben, konnten es ihnen aber nicht nachweisen. Für die in Rede stehende Tat wurden die beiden, nach eigenen Angaben, von einem Hintermann angeworben. Jeder sollte 500 Euro für die Tatausführung erhalten. Vor der Tat haben sich die beiden Männer, laut eigenen Angaben, in den Niederlanden aufgehalten und wurden von dort nach Nordhorn gebracht. Nach dem erfolgreichen Einbruch im Media Markt wurde die Beute übergeben. Angeblich erfolgte keine Bezahlung der Tat.

Die Vertagung des Prozesses wurde erforderlich, weil der ältere Angeklagte angab vor der Tat eine halbe Flasche Wodka getrunken zu haben. "Sonst hätten ich die Tat nicht begangen," ließ er über seine Dolmetscherin verkünden.

An dieser Darstellung hatte der Staatsanwalt Zweifel. Die beiden hätten schon viele Straftaten begangen. Eine verminderte Schuldfähigkeit sei "nicht mal im Ansatz erkennbar".
Am 4.2.2015 wird die 5. kleine Strafkammer weiter verhandeln und dann entscheiden, ob die Strafen reduziert werden.

Diesen Beitrag teilen



Mit dem Golf bis zum Kassenbereich des Media Marktes - Auf Twitter teilen.

Sei der erste, dem das gefällt