Sonstige Strafsachen

Zwangsverheiratung: Falschaussage als Racheakt nach Entführung?

Landgericht Osnabrück verhandelt gegen 4 Syrer wegen Menschenraubes.

Osnabrück (kno) – Am Landgericht Osnabrück begann ein Prozess gegen 4 syrischstämmige Männer im Alter zwischen 18 und 39 Jahren wegen erpresserischen Menschenraubes. Sie sollen am 13.8.2010 einen 17-jährigen Albaner morgens aufgelauert und gewaltsam in ein Auto gezerrt haben.

 

Dieses bestätigte der 17-jährige Zeuge in seiner Vernehmung. Er sei dann zu einem unweit gelegenen Haus gebracht worden und dort im Keller geschlagen und mit einer Pistole, sowie einer Machete bedroht worden. Man habe ihn bezichtigt ein Verhältnis mit der 17-jährigen Schwester von einem der Angeklagten gehabt zu haben und damit im Internet geprahlt zu haben. Man von ihm wissen wollen, wo sich die Schwester aufhalte. Nachdem dem Opfer eine Pistole an den Kopf gesetzt worden sein, habe er sich bereit erklärt am Abend des selben Tages mit den Angeklagten nach Berlin zu fahren, um dort als Lockvogel Kontakt mir dem Mädchen herzustellen. Dann sei er von den Angeklagten zu seinem Arbeitsplatz gebracht worden. Hintergrund der Aktion der Angeklagten soll, laut Anklage, die bereits für den 1.7.2010 Zwangsverheiratung der 17-Jährigen mit ihrem Cousin in Syrien gewesen sein. Sie soll mit Hilfe des Jugendamtes im Mai 2010 nach Berlin geflüchtet sein. Die Angeklagten sollen geäußert haben, dass sie das Mädchen entweder nach Syrien zu bringen oder auch töten zu wollen, um „die Familienehre wieder herzustellen.“ Der Zeuge schilderte seine Entführung und die Misshandlungen glaubwürdig, verstrickte sich allerdings in seiner mehrstündigen Aussage immer mehr in Widersprüche und musste auf Nachfrage der Verteidiger schließlich zugeben, dass er bei der Polizei Falschaussagen gemacht hatte, um den beiden Haupttätern zu schaden. Diese sitzen seit dem 19.8.2010 in Untersuchungshaft. Die Namen der beiden anderen Täter habe er nicht genannte, weil er persönlich mit ihnen abrechnen wolle. „Ich provoziere und räche mich gerne,“ gab er als Grund für sein seltsames Aussageverhalten an. Seine Glaubwürdigkeit wird auch die Diskrepanz zwischen den von ihm geschilderten Ohrfeigen und Faustschlägen und den von einem Arzt nicht festgestellten Verletzungsspuren erschüttert.

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