Sonstige Strafsachen

2 Drogenprozesse gegen Niederländer parallel vor dem Landgericht Osnabrück

Absprache: Staatsanwältin verfolgte Kokainhandel nicht weiter. Erfolgreiche Berufung: Gewerbsmäßiger Handel nicht feststellbar

Osnabrück (kno) – In zwei Verhandlungen beschäftigte sich das Landgericht Osnabrück mit Rauschgifthändlern aus den Niederlanden, die in der Grafschaft wohnen, beziehungsweise aktiv waren. Beide verließen das Gericht auf freiem Fuß. Auf einen 53-Jährigen warte allerdings die Haftanstalt.

 

Zwei Niederländer, zwei verschiedene Sälen im Landgericht Osnabrück, zweimal ging es um Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz. Beide Angeklagten waren in den Niederlanden bereits einschlägig aufgefallen und dort verurteilt worden. In einem Berufungsverfahren gegen einen 33-Jährigen aus Deenekamp (Ndl.) ging es nach einem Geständnis nur noch um die Frage, ob das Urteil des Amtsgerichts Nordhorn von zweieinhalb Jahren Haft in eine Bewährungsstrafe umgewandelt werden konnte. Er hatte zugegeben im Jahre 2009 30-mal jeweils 100 g Amphetamine, die er für 250 Euro gekauft hatte in Nordhorn für 300 Euro verkauft zu haben. In zwei weiteren Fällen hat er, seinem Geständnis nach, 10-15 Ecstasytabletten und später 7 g Amphetamine verkauft. Im zweiten Fall war die Hauptverhandlung wegen der Schwere der Anklage gleich beim Landgericht angesiedelt. Vier Anklagepunkte listete die Staatsanwältin gegen einen Niederländer, wohnhaft in der Grafschaft Bentheim, auf, um wenig später zu verkünden, dass es eine Vorabsprache gegeben habe, nach der drei Punkte fallen gelassen würden, wenn der Angeklagte zu einem Punkt ein Geständnis ablege. So wurde die Beihilfe zum Handel mit erheblichen Mengen von Kokain und Marihuana nicht weiterverfolgt. Übrig blieb das Geständnis des Angeklagten, dass er zwischen zwei Bekannten, wovon er einen er aus der Haft in Lelystad (Ndl.) kannte, als Dolmetscher fungiert habe, um Ort und Menge einer Marihuana Übergabe zu organisieren. Die Übergabe erfolgte am 20 Mai in Viernheim (BW), wobei die Drogen durch die Polizei sichergestellt wurden. Der Angeklagte gab an, keinerlei finanziellen Vorteil aus dem Rauschgiftgeschäft gehabt zu haben. Er saß seit April 2011 in der U-Haft in Deutschland. Zuvor war er in Spanien festgenommen worden, wo er 5 Wochen in Auslieferungshaft gesessen hat. Wegen der schlechten Haftbedingungen dort, beantragte die Staatsanwältin eine Anrechnung der spanischen Haftzeit mit 10 Wochen. Das Landgericht verurteilte den 53-jährigen Niederländer wegen Beihilfe zum Handel mit Betäubungsmitteln zu einer Haftstrafe von einem Jahr und zehn Monaten. Der Haftbefehl gegen ihn wurde außer Vollzug gesetzt, sodass er das Gericht auf freiem Fuß verlassen konnte. Kurz zuvor hatte das bereits sein Landsmann aus Deenekamp getan. Seine Gefängnisstrafe bleibt ihm erspart. Er erhielt 2 Jahre Haft auf Bewährung. Begründung des Gerichts: Ein gewerbsmäßiges Handeln sei nicht feststellbar gewesen.

 

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