Sonstige Strafsachen

Wo blieb das Benzin aus dem Reservekannister?

Amtgericht Osnabrück: Urteil im Brandstiftungsprozess gegen Bandidos am Montag.

Ein mehrtägiger Prozess gegen drei Mitglieder und einen Sympathisanten des Motorradclubs Bandidos im Alter von 33 bis 53 Jahren vor dem Amtgericht Osnabrück wegen Brandstiftung wird am kommenden Montag voraussichtlich mit einem Urteil enden. Ist es wirklich nur „reine Spekulation“, „Fiktion“ und „willkürlich zusammengefasst“, was der Staatsanwalt den vier Angeklagten in seinem Plädoyer vorhielt und ihn veranlasste Haftstrafen zwischen 14 Monaten und 28 Monaten zu beantragen. Für die Verteidiger steht fest, dass ihre Mandanten nicht für das „Abfackeln“ eines Audi des Mitgliedes eines konkurrierende Motorradclubs in Wallenhorst Hollage in der Nacht des 13.9.2009 verantwortlich sind. Mit auf der Anklagebank sitzt der ehemalige Präsident der Bandidos, der 2005 nach einem langen Prozess vor dem Landgericht Osnabrück vom Vorwurf des Totschlages freigesprochen worden war, weil das Gericht davon ausging, dass er in Notwehr gehandelt habe, als er vor seinem Haus ein Mitglied des Rockerclubs Outlaws erschossen hat. Hintergrund der neuerlichen Auseinandersetzung zwischen den Bandidos und der neu gegründeten „Bruderschaft Osnabrück“ ist die Eröffnung eines Vereinsheimes an der Rheinstrasse in OS-Hafen. In das Gebäude, welches 2004 von den Outlaws genutzt worden war, wollten am Abend des 12.8.2009 fünf Bandidos eindringen. So jedenfalls liest es sich in den Polizeiberichten. Zuvor hatten sie bereits Kameras außerhalb des Gebäudes beschädigt und eine Leiter angestellt, um – vermutlich – das Vereinsschild der Bruderschaft zu zerstören. Nachdem Personen, die sich bedroht fühlten aus dem Gebäude heraus die Polizei gerufen hatten, wurde die Aktion im Hafen von den Ordnungskräften beendet. Doch sind die Personen auch verantwortlich für den Brand eines Fahrzeuges in Hollage, welches einem führenden Mitglied der „Bruderschaft“ gehörte. Fest steht: Um 1.38 Uhr am 13.9. 2009 erreichte die Feuerwehr ein Notruf aus Hollage. Dieses Fahrzeug wurde sehr wahrscheinlich mit Brandbeschleuniger, als Benzin im vorderen Bereich überschüttet und angezündet. Kurz zuvor war am Ortseingang ein VW-Polo mit zwei Bandidos von der Polizei kontrolliert worden. Im Kofferraum: Ein voller Reservekanister. Kurz nach der Alarmmeldung entdecken Polizeibeamte an der Hollager Ziegelei einen VW-LT, der vorher an der Rheinstraße gesichtete wurde und den VW-Polo. Mit leerem Reservekanister. Außerdem werden vier der fünf Bandidos, die bereits im Hafen aktiv waren, festgenommen. Der Staatsanwalt deutet an, dass in anderen Städten der Motorradclub der Bandidos als „Kriminelle Vereinigung“ bezeichnet werde. Er wolle das aber nicht tun, weil er ein Klage der Anwälte vermeiden wolle. Der Rechtsanwalt des ehemaligen Präsidenten Jens Meggers kontert: „Die hier sitzenden Mitglieder der `kriminellen Vereinigung´ sind nicht so bescheuert und fahren mit 2 Auto nach Hollage zum Konkurrenten und zünden dem das Auto vor seinem Wohnzimmerfenster an.“ Das sei schlichtweg „absurd“. Das Amtsgericht wird nun am Montag um 15.15 Uhr verkünden zu welcher Überzeugung es gelangt ist.

Diesen Beitrag teilen



Wo blieb das Benzin aus dem Reservekannister? - Auf Twitter teilen.

Sei der erste, dem das gefällt