Sonstige Strafsachen

Fahndung im Internet führte zur Anklage

Landgericht Osnabrück: Verurteilung wegen sexuellem Missbrauchs bleibt

Osnabrück – Die Berufungsverhandlung vor dem Landgericht Osnabrück gegen einen 30-Jährigen aus Lingen, der längere Zeit in der Grafschaft gewohnt und gearbeitet hat, endet nach einer halben Stunde mit der Rücknahme der Berufungen durch den Angeklagten, wie auch der Staatsanwaltschaft. Das Amtsgericht Nordhorn hatte den gebürtigen Leipziger am 9. April 2014 wegen sexuellem Missbrauchs von Widerstandsunfähigen zu einer Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 10 Monaten verurteilt.

Aus dem vom vorsitzenden Richter der Jugendkammer des Landgerichts sehr schnell und leise verlesenen Urteil der Vorinstanz ergab sich, dass der Angeklagte in den Jahren 2008 und 2009 in fünf Fällen das dreijährige Kind von Bekannten, deren Vertrauen er sich erschlichen hatte, sexuell missbraucht hatte. Zu den sexuellen Übergriffen kam es im Kinderzimmer des Opfers, welches aber, so hieß es in der Verhandlung, "keine bleibenden Schäden" davon getragen habe. Auf die Spur des 30-Jährigen kamen Ermittler des Landeskriminalamtes, die kontinuierlich entsprechende Internetforen durchforsten. Hier hatte der Angeklagte Aufnahmen eingestellt, die den Verdacht begründete, dass er diese selbst erstellt haben könnte. Eine Überprüfung des Computers erhärtete den Verdacht und führte letztlich zur Anklage.

"Die Taten werden nicht in Abrede gestellt," erläuterte der Richter, dass ergäbe sich ja aus der Berufungsbeschränkung auf die "rechtlichen Folgen", also die Höhe der Freiheitsstrafe. Warum er denn glaube, dass seine Berufung Erfolg haben könne, wollte der Richter vom Angeklagten wissen. Er habe, erwiderte dieser, 1500 Euro "zusammengekratzt, die er als Wiedergutmachung im Zuge eines Täter-Opfer Ausgleichs zahlen könne. Das sei schwierig, entgegnete der Richter, denn das Kind wisse ja gar nicht, dass es Opfer sei und insofern sei ein Täter-Opfer-Ausgleich unsinnig.

Nach kurzer Beratung mit seiner Rechtsanwältin zog der Angeklagte seine Berufung zurück. Die Anklagevertretung hatte zuvor signalisiert, dass sie ihrerseits auf eine weitere Verhandlung verzichten würde.

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