Sonstige Strafsachen

Acht Monate weniger Haft für illegalen Drogenanbau in Osterwald

Landgericht Osnabrück: Verkürzung der Haftzeit nach kurzem Prozess

Nachdem das Amtsgericht Nordhorn einen 51-jährigen Niederländer wegen unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten verurteilt hatte, reduzierte das Landgericht Osnabrück die Strafe um acht Monate.
In Handschellen wurde ein 51-Jähriger Niederländer in den Gerichtssaal des Landgerichts Osnabrück geführt.

Seit dem 5.1.2016 sitzt er in der JVA Lingen in Untersuchungshaft. Ein Tag zuvor war sein Haus in Osterwald, Grafschaft Bentheim von der Polizei durchsucht worden. Die Ermittler stießen auf ein funktionsfähige Marihuanaplantage und auf über 10 Kilogramm abgeerntetes Pflanzenmaterial sowie auf 364 Ecstasytabletten. Aufgeflogen war der illegale Anbau nach einem Tipp durch eine verschmähte Liebschaft des Drogenanbauers.
Wegen des unerlaubten Handeltreibens – der Anbau solcher Mengen wird von den Gerichten als Vorbereitungshandlung dazu gesehen – verurteilte ihn das Amtgericht Nordhorn am 19. Mai zu einer Freiheitsstrafe, die vom Angeklagten als unverhältnismäßig hoch angesehen wurde. Mit Hilfe seine Anwaltes Thorsten Diekmeyer legte er Berufung ein.
Gleich zu Beginn erklärte Diekmeyer, daß der eigentliche Sachverhalt unbestritten sei. Zwar läge kein minderschwerer Fall vor, weil die Anbaumenge viel zu hoch sei, aber im Vergleich zu Urteilen anderer Gerichte habe die Vorinstanz nicht das richtige Strafmaß gefunden.

Der Angeklagte schilderte dem Gericht seinen Lebensweg, auf dem er bis 2003 als erfolgreicher Anzeigenhändler tätig war. Dann, so die Schilderung des Niederländers, gab es eine Anzeige wegen illegalen Drogentransportes gegen ihn, die in einem Fehlurteil mündete. Danach sei er obdachlos gewesen, weil er seinen Job verloren habe. Auf der Suche nach dem schnellen Geld habe er sich zum Drogenanbau überreden lassen. Das bereue er zu tiefst.
Die Reue überzeugte vermutlich auch den Staatsanwalt, der dem Gericht eine Liste mit vergleichbaren Drogendelikten und den entsprechenden Urteilen vorlas. Rechtsanwalt Diekmeyer beantragte eine Reduzierung der Strafe auf zwei Jahre und sechs Monate Haft. Der Staatsanwalt zeigte Zustimmung. Nach kurzer Beratung fällte das Landgericht das entsprechende Urteil, welches von beiden Parteien anerkannt wurde.

 

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