Generationenstreit auf Bauernhof: Mutter mit Kleinkalibergewehr erschossen

Landgericht Osnabrück: 40-Jähriger muss sich wegen Mordes verantworten

Osnabrück (knoops) – Eine 40-jähriger Landwirt aus Ankum, Landkreis Osnabrück hat vor dem Landgericht Osnabrück gestanden, seine damals 56-jährige Mutter am 30.4.2007 mit einem gezielten Schuss aus einem Kleinkalibergewehr getötet zu haben. Anders als die Staatsanwaltschaft ihm vorwirft, habe er, so ließ er durch seinen Verteidiger Frank Otten erklären, die Tötung nicht geplant.

Hintergrund der Tötung waren jahrelange Streitigkeiten über die Weiterführung des landwirtschaftlichen Betriebes der offiziell von der Schwester des Angeklagten geführt wurde. Die Mutter habe sich, so hieß es in der einstündigen Einlassung des Angeklagten durch seinen Anwalt, gegen die Abschaffung der Tierhaltung gewehrt. Beide Kinder der Getöteten wohnte nicht auf dem Hof. Der Angeklagte hatte zuvor erfolglos eine Landwirtschaft in Melle betrieben, wodurch seine Ehe zerbrach. Er sei dann kurzzeitig zu seiner Mutter gezogen, aber diese habe ihm Vorwürfe wegen der gescheiterten Ehe gemacht und ihm nicht zugetraut, den Hof in Ankum zu bewirtschaften. Es sei „die Hölle gewesen“ mit seiner Mutter unter einem Dach zu leben. Deshalb habe er eine Stellung bei einem Schweinemastbetrieb in der Nähe angenommen und sei auch dort hingezogen. Als es vorrübergehend auch mit seiner Schwester zu einem Zerwürfnis gekommen sei, habe er verstärkt angefangen zu trinken. Trotzdem habe er regelmäßig in seiner Freizeit auf dem Hof seiner Mutter geholfen. Diese sei nach dem Tode ihres Mannes 2006 zunehmend depressiv geworden und habe Medikamentenmissbrauch betrieben. Am Tattag, dem 30.7.2007 habe er Spätnachmittags 2 Stunden den Rasen gemäht. Als ihm dann seine Mutter erneut Vorwürfe gemacht habe, sei er in die Futterküche gelaufen, habe einen Schrank aufgebrochen, um an ein Kleinkalibergewehr zu gelangen. Seine Mutter habe auf dem Rasen vor dem Haus gestanden, als er sie aus 12 m gezielt erschossen habe. Die Leiche habe er dann mit einer Futterkarre zu einem etwas weiter entfernten Waldstück gebracht und dort sehr tief vergraben. Er habe gewusst, dass die Polizei in einem Nachbarort bei einem ähnlichen Fall sehr umfangreiche Durchsuchungen des Geländes durchgeführt habe, sei sich aber sicher gewesen, dass man die Leiche seiner Mutter nicht finden werde. Nach der Vermisstenanzeige der Tochter war es Anfang Mai 2007 zu aufwändigen Ermittlungen gekommen, die aber vorerst ergebnislosen blieben. Eine Polizistin berichtete dem Gericht als Zeugin, dass es Anfang dieses Jahres nach einer Fallanalyse des Landeskriminalamtes Niedersachsens (LKA) zu einer neuen Bewertung des Falles gekommen sei. Das LKA sei zu dem Ergebnis gelangt, dass die Landwirtin einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sei. Täter sei sehr wahrscheinlich ein „naher Angehöriger“. Da sowohl die Schwester, wie auch der Onkel des Angeklagten als potentielle Täter ausschieden, habe man den 40-Jährigen mit den Ergebnissen konfrontiert. Ein Durchbruch war der Fund eines Schuhes, der nach einer DNA-Analyse der Mutter zugeordnet werden konnte. Bei einer erneuten Vernehmung sei der Angeklagte dann sichtlich nervös geworden und habe die Tat schließlich unter Tränen gestanden. Er habe den Ermittlern das Waldstück gezeigt, wo wenig später nach 2-tägiger Suche mit schwerem Gerät die Leiche der Getöteten entdeckt wurde.

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