Heimtückischer Mord mit Kleinkalibergewehr

 Landgericht Osnabrück: Mutter von Christoph W. war arg- und wehrlos

 Osnabrück (kno) – Nach 6 Verhandlungstagen verkündete das Landgericht Osnabrück das Urteil im Mordprozess gegen den 40-jährigen Landwirt aus Ankum.

Er habe seine 56-jährige Mutter am Abend des 30.4.2007 heimtückisch ermordet, in dem er sie aus 12 m Entfernung vor ihrem Bauernhof stehend, mit einem Kleinkalibergewehr erschoss. Während der Tat sei der Angeklagte in seiner Steuerungs- und Einsichtsfähigkeit nicht eingeschränkt gewesen.  Hintergrund des gewaltsamen Todes der 56-jährigen Landwirtin war die wirtschaftliche Situation des Bauernhofes bei Ankum im Norden des Landkreises Osnabrück. Nach dem Ableben des Ehemannes 2005 kam es zwischen der Bäuerin und ihren Kindern zum Konflikt über die Art der Weiterführung der Landwirtschaft. Sowohl die Tochter, als nicht auf dem Hof lebende Pächterin, wie auch ihr Bruder Christoph W. wollten Umbaumassnahmen durchführen und die Milchwirtschaft abschaffen. Dagegen sperrte sich die Bäuerin vehement, sie wollte ihre Kühe behalten. Sie warf ihrer Tochter vor, den Hof verlassen zu haben und somit die 500-jährige Tradition zu gefährden. Mit ihrem Sohn, den sie für unfähig hielt, sprach sie kaum und wenn dann nur im Streit. Nach seiner gescheiterten Ehe war der gelernte Landwirt kurzzeitig wieder auf den elterlichen Hof zurückgezogen. Seine Mutter habe ihm, so erklärte der Angeklagte im Prozess, die Hölle auf Erden besorgt. Sie habe ihn beleidigt und er habe keinen Besuch empfangen dürfen. Wenige Monate vor der Tat zog er deshalb in eine Dienstwohnung bei einem Schweinemastbetrieb bei Bersenbrück, wo er angestellt war. In seiner Freizeit arbeitete er in Absprache mit seiner Schwester, aber gegen den Willen der Mutter auf dem Ankumer Hof. Am Tattag, so schilderte er dem Gericht, habe er erst den Rasen gemäht und dann begonnen im Schweinstall Eisenstangen abzumontieren. Das habe seiner Mutter nicht gepasst und sie habe ihn mit den Worten: „Runner vom Hoff“ endgültig vom Hof gewiesen. Das habe das Fass zum Überlaufen gebracht. Er habe einen Schrank aufgebrochen, um an das Kleinkalibergewehr seines Vaters zu gelangen. Mit einem einzigen Schuss habe er seine Mutter aus 12 m Entfernung vor dem Hause stehend erschossen. Anschließend habe er sie in eine Futterkarre gezogen und sei drei Kilometer zu einem Waldstück gefahren, um sie dort zwei Meter tief zu vergraben. Anschließend stellte er das Auto seiner Mutter am Friedhof in Ankum ab.  Nach dem Verschwinden der 56-Jährigen ging die örtliche Polizei von einem Suizid aus. Die Bäuerin befand sich seit dem Tode ihres Mannes in psychiatrischer Behandlung und nahm unkontrolliert Tabletten, die sie sich von mehreren Ärzten verschreiben lies. Zwar wurde bei der umfangreichen Suche unweit des Bauernhofes ein Damenschuh gefunden, doch er wurde nicht der verschwundenen Frau zugeordnet. Dies geschah erst Ende 2010 anläßlich einer Fallanalyse durch das Landeskriminalamt Niedersachsen nach einer DNA-Spuren Untersuchung. Die LKA-Ermittler stellten fest, dass angesichts der Ermittlungsergebnisse nur ein Tötungsdelikt durch einen nahen Angehörigen in Frage käme. Jetzt wurden die Lebensumstände des Sohnes beleuchtet, der dann schließlich in einer Vernehmung Anfang 2011 die Tat einräumte. Er zeigte den Ermittlern anschließend auch den Ort, wo er seine Mutter vergraben hatte.  

 

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