Plädoyers in Messerstichprozess Heiligenweg

Landgericht Osnabrück: Nebenkläger Thérond hält Totschlagsvorwurf aufrecht

Osnabrück  – Im Totschlagsprozess gegen den 45-jährigen Andreas S. haben die Staatsanwaltschaft und der Nebenklageanwalt vor dem Schwurgericht des Landgerichts Osnabrück plädiert. Während die Staatsanwältin von ihrem Vorwurf des Totschlags abrückte, hielt Nebenklageanwalt Joe Thérond, der die Mutter des Getöteten vertritt, ihn weiter aufrecht. .Thérond warf dem Angeklagten vor, seinem Opfer am Abend des 15.7.2011 nach einer verbalen Auseinandersetzung und gegenseitigen Faustschlägen mit einem Klappmesser gezielt in die Brust gestochen zu haben. Zwar habe der Angeklagte nicht bewusst das Herz des Kontrahenten treffen wollen, aber dennoch wissen müssen, dass er eine tödliche Verletzung mit dem großen Klappmesser verursachen könne. Nach den Faustschlägen habe der 45-Jährige seinen Landsmann, den 30-jährigen Landsmann Vitali Schneider erneut verbal provoziert und keinesfalls in Notwehr gehandelt, als er den tödlichen Stich setzte. Es habe sich im Verfahren gezeigt, dass der Angeklagte nicht im Zustand der Schuldunfähigkeit gehandelt habe, auch wenn er vor der Tat Alkohol getrunken hätte. Thérond berief sich auch auf die Feststellungen des psychiatrischen Gutachters, der zum selben Ergebnis gekommen war. Der Nebenklagevertreter hielt dem Angeklagten sein Geständnis zu Gute und fügte hinzu, dass er dieses „von aufrichtiger Reue“ getragen gewesen sei. Die Staatsanwältin sah in dem tödlichen Stich am Heiligenweg lediglich eine Körperverletzung mit Todesfolge und bejahte darüber hinaus das Vorliegen eines minderschweren Falles. Während Rechtsanwalt Thérond kein konkretes Strafmass nannte, beantragte die Staatsanwältin 5 Jahre und 6 Monate..Der Prozess wird am Donnerstag, den 9.2.2012 um 9 Uhr mit dem Plädoyer fortgesetzt und voraussichtlich später mit einem Urteil enden.

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