Fünfeinhalb Jahre Haft für tödlichen Messerstich

Landgericht Osnabrück: Einsatz des Messers nicht durch Notwehrlage gerechtfertigt  

Wegen Körperverletzung mit Todesfolge in einem minderschwerem Fall wurde der 45-jährige Andreas S. vom Landgericht Osnabrück zu einer Haftstrafe von 5 Jahren und 6 Monaten verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der angetrunkene Angeklagte am 15.7.2011 um kurz vor Mitternacht an der Tannenburgstraße auf den 30-jährigen Vitali Schneider und dessen Freund getroffen war. Aus nichtigem Anlass kam zu einer kurzen verbalen Auseinandersetzung und danach zu einem Faustschlag des 30-Jährigen gegen den Angeklagten, auf den dieser seinerseits mit einem Faustschlag reagierte. Mit dem Satz : „Wir sehen uns noch“ entfernte sich der 45-Jährige daraufhin. Er wurde aber vom 30-Jährigen verfolgt. An der Kreuzung Heiligenweg ließ der Angeklagte seinen Rucksack fallen, entnahm ihm ein großes Klappmesser, öffnete dieses und stach sofort in die Brust des Kontrahenten, der ihm gegenüber stand. Der 30-Jährige wurde mitten ins Herz getroffen und verstarb 2 Stunden später in einem Krankenhaus. Der Angeklagte habe sich in einer Notwehrlage befunden, stellte das Gericht fest. Der sofortige Stich mit dem Messer sei aber unverhältnismäßig gewesen. Der 45-Jährige hätte andere Möglichkeiten gehabt, sich gegen einen etwaigen Angriff zu wehren. So hätte er mit dem Einsatz des Messers drohen können. Das Gericht ging in seinem Urteil wegen des Alkoholkonsums des Angeklagten vor der Tat von einer erheblichen Einschränkung der Steuerungsfähigkeit und somit einer verminderten Schuldfähigkeit aus. Er habe einen Verletzungsvorsatz, aber keinen Tötungsvorsatz gehabt. Andreas S. hätte wissen müssen und können, dass sein Stich in die Brust von Vitali Schneider erhebliche Verletzungsfolgen haben würde. Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hatte eine Haftstrafe von 3 Jahren und 6 Monaten beantragt.

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