Ömer S. über den Messerstecher: Micky ist ein Psychopath

Landgericht Osnabrück: „Jemand töten, das machste nicht jeden Tag.“

Auch am dritten Verhandlungstag im Totschlagsprozess Iburgerstrasse war der kleine Sitzungssaal der Jugendkammer bis auf den letzten Platz gefüllt. Drei der vier Angeklagten werden beschuldigt, in der Nacht des 18. September 2011 den 22-jährigen Mathias B. aus Ibbenbüren an der Iburgerstraße gegenüber der Lutherkirche mit Fäusten geschlagen und mit Knie und Füssen getreten zu haben. Der 17-jährige Michael Erol A. soll dann sein neues Messer gezogen haben und damit dreimal auf das bereits völlig wehrlose Opfer eingestochen haben. Welche Folgen diese Stiche, aber auch die Schläge für das Opfer hatten, ergab sich auch den Zeugenaussagen von 2 Ärzten, einem Rettungsassistenten und einem Gerichtsmediziner. Schon wenige Minuten nach der Alarmmeldung durch die Begleiterinnen von Mathias B. war ein Rettungswagen vor Ort. Kurz darauf traf der Notarzt ein: „Der Patient war im Rettungswagen. Er lag im Sterben.“ Mathias B. wurde ins Marienhospital gebracht, doch der Chirurg war machtlos: „Der Stich in den Bauchraum war sehr tief, 15 bis 20 cm. Der Patient hatte massenhaft Blut verloren.“ Gerichtsmediziner Friederich Ast aus Oldenburg fasste zusammen: „Mathias B. starb an Herz- und Kreislaufversagen nach hohem Blutverlust.“ Als das Gericht sich anschließend zahlreiche Fotos anschauten, auf welchem die zahlreichen Verletzungen ihres Opfers zu sehen waren, blieben die angeklagten Verursacher auf ihren Stühlen sitzen. Anschließend berichteten Polizeibeamte von ihrem Einsatz am Tatort und den Ermittlungsergebnissen. Schon relativ schnell waren die Namen der Tatverdächtigen bekannt, weil die vier Zeuginnen sie schon seit ihrer Schulzeit kannten. Die Schläger waren stadtauswärts geflüchtet und konnten in der Nacht nicht mehr gefasst werden. Hinweise auf den Verbleib des Tatmessers kamen vom Angeklagten Ömer S. (19 J.) nach seiner Verhaftung. Auf der Wache sagte über den Messerstecher: „Micky ist ein Psychopath. Er wollte sein neues Messer einweihen.“ Was er denn unter „einweihen“ verstehen würde, wollte ein Verteidiger vom Beamten wissen. Polizist: „Wenn man so ein Messer mit in die Disko nimmt, dann bestimmt nicht zum Apfelschälen, sondern um anderen Schaden zuzufügen.“ Er habe so der Ermittler wenige Tage nach dem Vorfall einen Anruf einer RTL-Journalistin erhalten, die von Ömer S. erfahren haben wollte, dass Micky noch für weitere Messerstiche auf einen Punker verantwortlich sei. Es habe aber darüber keine polizeilichen Erkenntnisse gegeben. Das Gericht präsentierte dann den RTL Beitrag, in dem erst die Freundin des Getöteten Michelle R. zu Wort kam: „Ich kann nicht verstehen, wie man so feige sein kann,.... wie man zu viert auf einen Menschen drauf gehen kann und dann noch zustechen kann.“ Anschließend spricht in dem Beitrag ein Vermummter mit verzerrter Stimme über seine Tatbeteiligung: „Jemanden töten, dass machste ja nicht jeden Tag. Das war das erste mal. Ich bin auch kein Mörder, oder so. Ich habe einfach nur zugeschlagen,...später...., ich wollte nicht mal das der stirbt. Ich wollte nur, dass er aufhört, weil er mich angegriffen hat, wollte ich ihm nur zeigen, dass er nicht stark ist.“ „Haben Sie das Interview gegeben,“ fragt der vorsitzende Richter den Angeklagten Ömer S.. „Ja,“ antwortet der Angesprochene. Der ganze RTL Beitrag unter: http://www.rtlregional.de/player.php?id=18645 Fortsetzung des Totschlagprozesses: Donnerstag, 15. März.

Diesen Beitrag teilen



Ömer S. über den Messerstecher: Micky ist ein Psychopath - Auf Twitter teilen.

Sei der erste, dem das gefällt