Oscar-Statue rettet Ehemann das Leben

Landgericht Osnabrück verhandelt Mordversuch eines Liebespaares aus Bad Iburg

Osnabrück (kno) – Im ersten Prozess des neuen Jahres beschäftigt sich das Schwurgericht des Landgerichts Osnabrück mit dem gescheiterten Mordversuch eines heimlichen Liebespaares aus Bad Iburg. Opfer des heimtückischen Planes sollte der Ehemann der jetzt angeklagten Anke N. (49) sein. Gemeinsam mit ihrem Liebhaber Klaus K., einem 52-jährigen Taxifahrers aus Bad Iburg, wollte Anke N. in der Nacht zum 13.07.2013 ihren Gatten im Bett ersticken, um so an dessen Lebensversicherung von 100000 Euro zu gelangen. Die Staatsanwältin erhob in ihrer Anklageverlesung den Vorwurf des Mordversuchs und einer Körperverletzung. Nach ihrer Darstellung, die zum Teil auf Aussagen der beiden Angeklagten fußt, hatte das Paar seit 2 Jahren eine heimliche Beziehung. Anke N. habe sich aber nicht gegenüber ihrem Ehemann offenbaren wollen, weil sie den Verlust ihres Lebensstandards befürchtete. In der Nacht zum 13.7.2013 hätten das Paar das Schlafzimmer des Ehemannes betreten. Die Angeklagte habe sofort begonnen ihm mit einem auf das Gesicht gedrückte Kissen zu ersticken. Anders als geplant, wehrte sich der Ehemann aber vehement, sodass der auf ihm kniende Angeklagte ihn mit Fäusten traktierte. Beim folgenden Gerangel stürzte das Opfer aus dem Bett und wurde weiter geschlagen. Es kam zu einem Rippenbruch, als der Angeklagte den Mann wieder aufs Bett warf. Dann soll Anke N. ihrem Liebhaber eine im Zimmer stehende Nachbildung einer Oscar-Statue gegeben haben und diesen aufgefordert haben damit ihren Mann zu erschlagen. Der Ehemann habe die Statue erfassen können und begonnen seinerseits damit um sich zu schlagen. Ein Rippenbruch bei Klaus K. und ein ausgeschlagener Zahn bei Anke N. waren die Folge der Gegenwehr. Dann, so die Staatsanwältin weiter, sei der Ehemann mit der Statue aus dem Haus geflüchtet.

Wie bekannt wurde, fuhr er dann im Schlafanzug nach Wallenhorst, wo er wenig später zitternd mit der Statue in der Hand vor der Tür eines Freundes erschien. Währenddessen hatte seine Frau bei der Polizei angerufen und sich quasi selbst angezeigt: „Ich wollte meinem Mann etwas antun (....) Er hat mir einen Zahn ausgeschlagen.“ Bereits am Folgetag wurde das Liebespaar verhaftet und sitzt seitdem in Untersuchungshaft.
Rechtsanwalt Thorsten Diekmeyer erklärte im Namen seines Mandanten, dass dieser sich gegen den Habgiervorwurf wehre. Er habe nur aus Zuneigung zu seiner Geliebten gehandelt. Außerdem habe er die Wohnung früher verlassen und sei somit von der Tatausführung zurückgetreten. Das Strafmass für einen Mordversuch beträgt 3 bis 15 Jahre. Der Prozess wird am Montag, den 13.1.2014 um 9 Uhr fortgesetzt.

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