Verabredung zum Mord per SMS: Wir schaffen das

Landgericht Osnabrück: Die Aussage von Klaus K.

Osnabrück – Im Juli vergangenen Jahres versuchten Anke N. und Klaus K. aus Bad Iburg gemeinsam den Ehemann der 49-Jährigen zu ersticken, weil er ihrer Liebe im Weg stand. Jetzt müssen sich die beiden wegen Mordversuchs vor dem Landgericht Osnabrück verantworten. Am zweiten Verhandlungstag, an dem beide Angeklagte sich sehr ausführlich zu ihren Lebensverhältnissen, ihren Motiven und zur Tatausführung äußerten, wurde deutlich, dass das ehemalige Liebespaar zur Zeit nicht nur in getrennten Zellen sitzt, sondern auch nach der Entlassung aus der zu erwartenden mehrjährigen Haft, wohl vermutlich getrennte Wege gehen wird.

Klaus K. (52) arbeitete bis zum 13.07.2013 als Taxifahrer in Bad Iburg und lebte in bescheidenen Verhältnissen. Mit seinem Nettoverdienst von 1100 Euro kam er „so über die Runden“, konnte aber keine Unterhaltsleistungen für seine 6 Kinder leisten. Die bekamen „Taschengeld“.

Als er dann 2011 zum ersten Mal die verheiratete Mitangeklagte als Fahrgast sah, habe er sofort gewusst: „Das ist die Frau, auf die ich 50 Jahre gewartet habe.“ Anlässlich weiterer Fahrten habe er Anke N. dann näher kennen und lieben gelernt. Sie hätten sich, so Klaus K. vor Gericht, in seiner Wohnung getroffen, wann immer es ging: „Mal 10, mal 30 Minuten. Oder auch eine Stunde.“ Klaus K.: „Es passte einfach alles.“ Er habe beschlossen, „auf sie zu warten, egal, wie lange es dauert.“ Der Richter hakt ein: „Wie sollte denn eine Änderung eintreten?“ Klaus K. : „Sie hat versucht sich einmal von ihrem Mann zu trennen.“ Anke N. sei aber zu ihrem Mann zurückgekehrt, weil sie „dem seelischen Druck“ durch Verwandte und Freunde nicht standhalten konnte. Nach einer Trennung des Liebespaares habe es dann aber weitere Treffen gegeben. Man habe „nicht soviel über ihren Mann geredet.“ Ob er denn noch weitere sexuelle Kontakte in der Zeit von 2011 bis 2013, auch in zeitlicher Nähe zur Tat gehabt habe, wollte der Richter wissen. „Leider Gottes. Ja.“, gestand der Angeklagte ein und gab auch zu, dass er sich von dieser anderen Frau 16500 Euro geliehen habe. Bezüglich der Mordpläne erklärte der Angeklagte habe es „keine großen Gespräche über das gegeben, was dann passierte.“ Man hätte nach einem Tüv-Bericht K.O.-Tropfen bestellt, nach Erhalt daran gerochen und anschließend weggeschüttet. Auch habe man „spielerisch“ bei ihm auf dem Sofa „gekalbert“. Sie, die Angeklagte, habe auf ihm gesessen und ihn festgehalten: „Kannst du dich jetzt noch bewegen?“

Am Tattag habe er dann von seiner Geliebten eine SMS erhalten, dass ihre Tochter heute auswärts übernachte. Rechtsanwalt Diekmeyer betont: „Der konkrete Entschluss zur Tatausführung ging von ihr aus.“ Um 22.36 Uhr schrieb sie eine SMS: „Dann bis gleich. Drück uns die Daumen. Ich liebe dich.“ Er antworte: „Wir schaffen das. Kuss mein Engel. Bis nachher.“ Und um 0.30 Uhr habe er vor dem Gartentor gestanden und gesendet: „Bin da.“ Sie habe ihm an der Terrassentür eine Decke gereicht und beide seien in das nur spärlich erleuchtete, kleine Schlafzimmer des Ehemannes gegangen. Er habe verabredungsgemäß versucht den Mann festzuhalten, während sie ihm Mund und Nase zuhalten sollte. Doch der Mann sei sofort erwacht und habe „ungeahnte Kräfte“ entwickelt. „Schatz, was ist hier los“ habe der Erwachte gerufen, so Klaus K.. Es sei zu einer wüsten Rangelei gekommen. Der Angegriffene habe eine Nachbildung einer Oscar-Statue zu fassen bekommen und damit um sich geschlagen. Als Anke N. gerufen habe: „Er hat mich getroffen“, habe er, Klaus K. sich veranlasst gesehen seinerseits den Mann zweimal ins Gesicht zu schlagen. Begründung: „Eine Frau schlägt man nicht.“ Dann habe er gesagt: „Bitte leg das Ding weg.“ Vielleicht hätte man ja über die Sache reden können. Auch habe er einen Stock im Raum erkannt, mit dem er „die Sache hätte beenden“ können. Doch ein Blutbad sei nicht geplant gewesen, erläutert Rechtsanwalt Diekmeyer die wirren Aussagen seines Mandanten.

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