Dubioses Tötungsdelikt in Nordhorn vor dem Landgericht Osnabrück

Tötete der 61-jährige Angeklagte seinen Mitwisser mit einer Repetierbüchse?

Sowohl aus der Prozessankündigung, wie auch der Anklageverlesung vor dem Landgericht Osnabrück ergab sich kaum etwas über den Hintergrund eines Tötungsdeliktes, welches einem 61-jährigen Niederländer zur Last gelegt wird. Er soll am 11. Mai 2016 nach einem Streit einem Mann auf dem von ihm bewohnten Grundstück in Nordhorn mit einer Repetierbüchse einen Kopfschuss versetzt haben. Dieser Schuss soll sofort tötlich gewesen sein.
Was verbirgt sich hinter dieser Anklage wegen Totschlags? Ein Nachbarschaftsstreit? Ein Eifersuchtsdrama? In dem jetzt vor dem Landgericht Osnabrück eröffneten Prozess gegen den 61-jährigen Roelof B. soll geklärt werden werden, welche Umstände zum Tode des 50-jährigen Juan Antonio Alvarez aus Amsterdam geführt haben.
Das zur Rede stehende Grundstück in Nordhorn liegt am Boerweg. Dort wurde am 18. Mai 2016 eine Hanfplantage mit 127 Pflanzen von der Polizei ausgehoben.
Turbulent ging es am 1. August 2016 auf dem vier Hektar großen Gelände am Boerweg zu: 370 deutsche und niederländische Einsatzkräfte suchten die Leiche des vermissten Alvarez aus den Niederlanden. Sein Auto war am 12. Mai in Nordhorn auf dem Parkplatz am Ringcenter einem Mitarbeiter des Ordnungsamtes aufgefallen und wurde später in Amsterdam sichergestellt. Im Umfeld des Wagens fand die Polizei auch das Portemonnaie und das Mobiltelefon des Vermissten. Er soll, daß ergaben Ermittlungen eine Zeitlang auf dem Gelände gelebt haben. Mithilfe eines niederländischen Bodenradars sowie dem Einsatz von speziellen Leichenspürhunden fanden die Beamten den vergrabenen Körper.

Zu diesem Zeitpunkt saßen bereits zwei Tatverdächtige (48 und 22) in Haft. Der jetzt auf der Anklagebank sitzende 60-Jährige wurde am 3.8.2016 in Warendorf festgenommen.
Die Staatsanwaltschaft Osnabrück gab „aus ermittlungstaktischen Gründen“ nur preis, dass es sich bei dem Leichenfund um den Vermissten handelte und dass er einer Gewalttat zum Opfer gefallen sei. Mehr Informationen hatte die in Enschede erscheinende Zeitung Tubantia. Ihrer Berichterstattung zufolge hatte der Getötete vor, sich in das Heimatland seines Vaters nach Spanien abzusetzen. Als Motiv für die Tat wird vermutet, daß Alvarez wegen seiner Kenntnisse über die Drogengeschäfte der drei Festgenommenen getötet wurde, weil er eine Gefahr darstellte.
Ob sich dieser Verdacht erhärten lässt, wird der, auf sechs Verhandlungstage angesetzte Prozess zeigen.
Der erste Prozesstag ergab neben der kurzen Anklageverlesung keine neuen Erkenntnisse. Der Angeklagte verweigerte die Aussage und drei geladenen Zeugen erschienen nicht. Die Frau, sein Sohn und seine Tochter hatten über einen Anwalt mitteilen lassen, daß sie von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen.

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